Reisen

Tagebuch Radtour nach Arabien 2011

T A G E B U C H   R A D TO U R   A R A B I A   2 0 1 1

Die Radler on the road :-)

Die 2 Teilnehmer der “Radtour Arabia”

1. Tag: 9. Apr. 2011: Flug Graz – Wien – Istanbul

Abflug 11:00 Graz. Etwas problematisch wegen Radkartons. Aufmachen – umpacken. Pro Karton sind max. 30kg erlaubt u.s.w.

Ankunft in Istanbul. Räder kommen wie geplant an. Bauen sie gleich am Flughafen zusammen und fahren mit der U-Bahn in die Stadt. Danach geht’s schon für 5 km per Rad ins Istanbul Hostel (Viertel Sultanahmed)

Abends starten wir die Reise mit einem türkischen Abendessen und Bier….mmmmhhh lecker!!!

3. Tag, 10. Apr. 2011: Istanbul – Yalova – Iznik

76km –                        3h50 Fahrzeit                                        600 HM

In der Früh Fährtickets gecheckt. Allein schnelles Sightseeing durch das Zentrum.

Frühstück auf der Hostel- Dachterrasse.

11:30 Fähre nach Yalova (1h15min). Reise startet auf Schnellstraße 20 km und 350 HM.

Entlang des West- und Südufers des Iznik Gölü nach Iznik (schöne Strecke). Windig – meist Rückenwind. Wechselhaftes Wetter. Eher kühl, meist sonnig.
Iznik: Netter Ort mit Stadtmauer und Uferpromenade.

4. Tag, 11. Apr. 2011: Iznik – Tarikli

92,6km                        5h40 Fahrzeit                                            1200 HM

Bereits um ¾ 6 gestartet. Trotz schlechter Prognose zuerst traumhaft schönes Wetter. Immer den Sonnenaufgang entgegen. Wenig Verkehr. Immer leicht bergauf. Nach 1h deckten wir uns mit Käse, Ekmek (Brot) und Süßigkeiten ein und frühstückten am Felsufer eines Stausees. Jetzt geht’s die ganzen Höhenmeter wieder runter. Schöne Aussichten auf das Tal. Wir nehmen die wunderschöne, einsame südliche Straße nach Geyve. Und nun warten noch 700 HM rauf zu einem Pass. Wetter wird immer schlechter und als bereits Schneeregen einsetzt erreichen wir gerade rechtzeitig eine Raststätte um und bei nettem Personal am Ofen zu wärmen. Traditionelles türkisches Essen gibt uns den Rest. Nun noch rauf zum Pass und dann runter nach Tarikli. Wunderschönes Motel. Der nette Besitzer zeigt uns den kleinen Ort. Die Gastfreundschaft aller! Türken hier ist erstaunlich !!
5. Tag, 12. Apr. 2011: Tarikli – Göynük

30km                           1h40 Fahrzeit                                               370 HM

Früher Start verzögert sich – es schneit ! Somit schlafen wir noch etwas aus.

Als wir dann um 9:00 abfahren ist es bereits fast wolkenlos. Das sollte aber nur kurz so bleiben. Die Strecke ist schön – v.a. der Asphalt ist gut und der Verkehr wenig. Nun zieht es aber immer mehr zu. Es wird von allen Seiten schwarz. Und kurz vor dem 1. Ort (Göynük) beginnt es bereits zu schneien. Somit „Stranden“ wir praktisch schon nach 30km im netten Örtchen Göyünk. Die Türken – Gastfreundlich wie immer – laden uns zum Tee (Cay) ein. Der Schneefall wird extrem dicht und es soll ja nun über 2 hohe Pässe gehen.
Was machen? Wir quartieren uns im einzigen Hotel des Ortes ein und verbringen den Rest des Tages mit Essen, Bummeln, ausruhen, Tagebuchschreiben, Wäsche waschen und hoffen auf besseres Wetter morgen.

 

6. Tag, 13. Apr. 2011: Göynük – Nallihan – Beypazani

66 km                              3h50 Fahrzeit                    59 Max. km/h              690 HM

Um den gestrigen Tag aufzuholen entschließen wir uns eine kurze Strecke (bis Nallihan) per Bus zu fahren.

Ab nun sitzen wir wieder am Rad. Etwas kalt in der Früh doch es wird langsam sonnig. Die Landschaft wird rasch trockener. Eine ziemliche Einöde, doch für uns Mitteleuropäer faszinierend: Felsen und Schotter in verschiedensten Farben und Schichten. Neben uns ein riesiger Stausee (angeblich das Vogelparadies der Türkei) – saftig grün die Uferlandschaft. Im Hintergrund wieder tolle, bunte kahle Bergformationen. Nur schade, dass sich die Sonne für heute schon verabschiedet hat.
In Beypazani ein herzlicher Empfang am Ortseingang: eine Machanikerfamilie winkt uns zu sich in die Werkstatt. Die Werkstatt wird in ein Teehaus umgewandelt – wir werden verwöhnt mit jeder Menge Chay und Türkisch Pizza. Anschließend quartieren wir uns in einem tollen Ottomann-Haus ein. Wir hausen wie ein Kaiserpaar auf Hochzeitsreise.
Das Bilderbuchstädtchen hat jede Menge Flair, Charme, Sauberkeit und gutes Essen. Was will man mehr?

 

7. Tag, 14. Apr. 2011: Beypazani – Polatli – Haymana

108,2km                      7h30 Fahrzeit                                        1245 HM

Um 7:00 sitzen wir bereits am Rad. Es geht gut dahin. Die Landschaft ist toll, Sonnenschein und wenig Verkehr – ein angenehmer Start in den Tag. Das war´s allerdings schon.

Der Horror beginnt nach der Frühstückspause: Extrem grobkörniger, kräftezerrender Asphalt lässt max. 15 km/h zu.
Dann nehmen wir eine Abkürzung mit wesentlich besserem Asphalt und fast null Verkehr. Doch das größte Übel eines Radfahrers folgte sogleich: der Gegenwind. Er begleitet uns nun über 60 km – erreichte teilweise Orkanstärke. Sogar bergab muss man fest treten um nicht stehen zu bleiben. Die ständigen Anstiege machen uns fertig. Ab und zu hänge ich Tina sogar ans Abschleppseil.

Ausgelaugt erreichen wir die hässliche Stadt Polatli. Nun setzt auch noch Regen ein. Herrlich!

Im nächsten Ort Haymana suchen wir uns zur Belohnung ein Thermalhotel (All Inklusive).

8. Tag, 15. Apr. 2011: Haymana – Ankara – Aksaray

 

In der Früh war ich extrem fertig. Zuerst dachte ich an die Anstrengung von gestern. Es war aber wahrscheinlich eine Lebensmittelvergiftung. Plötzlich setzte Fieber ein. Doch wir wollten aus diesem hässlichen Ort nur weg, stoppten nach Ankara und nahmen dann einen Bus nach Aksaray. Völlig erledigt kippte ich ins Hotelbett und kurierte mich den Rest des Tages aus, um das Fieber loszuwerden.

9. Tag, 16. Apr. 2011: Aksaray – Ilhara- Schlucht (Belisirma)

38,6km                        3h00 Fahrzeit                               1448 Kcal                   605 HM

Noch immer geschwächt nehmen wir uns heute eine kurze Etappe vor. Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir erstmals in einen sonnigen Tag. Ich fahre nur sehr langsam (für Tina zu langsam) und erreichen somit doch nach fast 40km das Tagesziel: Belisirma, wunderschön gelegen am Flussbett des Canyons. Hier schlagen wir auch gleich unser Zelt auf und machen uns auf den Weg durch den „Grand Canyon der Türkei“.

Immer wieder gibt es Felskirchen zu bewundern. Viele sind noch unerforscht. Tina hat sich vorgenommen, dies zu übernehmen.
Ich freu mich nun endlich auf´s Abendessen – wieder einmal etwas Gescheites seit der Krankheit – esse Fisch am Flussuferrestaurant. Doch mit jedem Bissen zwickt mein Magen mehr und mehr. Es wird so arg, dass nur noch Tinas Menstruations-Schmerztabletten (2 Stück) helfen. Meine Lebensretter! Das waren für 30 min. die ärgsten Schmerzen meines Lebens.
Am Abend zog dann auch noch ein Gewitter über Canyon + Zelt.


10. Tag, 17. Apr. 2011:
 Belisirma – Göröme

101,1 km                     7h30 Fahrzeit                                    1065 HM

Wieder erholt starten wir abermals in einen prächtigen Tag. Es scheint fast immer recht eben dahinzugehen. Das täuschte aber gewaltig. Wieder mal strampelten wir über 1000 Höhenmeter bergauf.

Die 1. Hälfte der Strecke war einsam mit wenig Verkehr, dafür mit den meisten Schafsherden und folglich uns anfallenden Hirtenhunden. Wir zählten mindestens 7 Attacken.
Auf dem Weg ins Zentrum Kappadokiens schaute ich mir die unterirdische Stadt Kaymakli an. Ein faszinierendes Labyrinth auf mehreren Etagen.
Über Nevsehir geht es in den 1. touristischen Ort: nach Urgüp mit seinem Emmentalerfels. In Göreme dauert es zwar noch 2 Stunden, bis wir ein passendes Quartier gefunden haben…und ein schmackhaftes Abendessen ließ den traumhaften Tag ausklingen.

11. Tag, 18. Apr. 2011: Göröme und Umgebung

Ein Radruhetag.
Wir wanderten zuerst zum touristisch verstopften „Göreme open air museum“ – zwar wirklich beeindruckende Felskirchen, jedoch macht es bei 1000en Touris und Warteschlangen in den engen Gängen eigentlich wenig Spaß. Die Sonne zeigt sich heute den ganzen Tag nicht.
Wir wandern weiter durch geologisch höchst interessante Täler (u.a. das Rose-Valley und Red-Valley) – beeindruckende Feenkamine, durchlöcherte Obeliske und wieder Felskirchen in spektakulären Lagen. Und das alles in farbenprächtigen Gesteinsschichten. Nur leider fehlte uns die Sonne!! Es war ein ziemlich trüber Tag – keine schönen Fotos L

12. Tag, 19. Apr. 2011: Göröme – Ürgüp – Derinkuyu

63  km                         5h 00 Fahrzeit                                 925 HM

Der Wetterbericht sagt die nächsten 3 Tage Dauerregen voraus. Was tun? Wir entschließen uns so schnell wie möglich zu „flüchten“ solange es noch nicht nass ist.
Wir machen nochmals einen großen Bogen um Kappadokien, vorbei an einigen Hot Spots der Gesteinsformationen – leider wieder bei trübem Wetter.
Ab der Touristadt Ürgüp schaut es dann schon sehr nach Regen aus. Wir schaffen es nicht mehr trocken bis zum nächsten Ort: Mustafapasa – peitschender Regen sprüht uns voll. In einem Schmuddelrestaurant wärmen wir uns am Ofen bis wir uns halbwegs erholt haben und der Regen eine Pause einlegt.
Also wir dann starten haben wir wieder den extremen Gegenwind. Es geht sehr mühsam voran. Als der Gegenwind dann bei einem Bergaufstück Orkanstärke erreicht setzt auch noch Regen ein. Der absolute Horror eines Radlfahrers!! Wir schieben durchnässt die Räder bergauf gegen den Wind und finden einen verlassenen Stall als Unterschlupf. Aber kaum Quartier bezogen entdeckt uns dort ein Türke und lädt uns zu sich ein – es gibt einen wärmenden Ofen + Cay.

Das Wetter bessert sich und wir starten – nun sogar bei Sonnenschein. Wer hätte das gedacht…es wird fast wolkenlos. Schade, das hätte also doch schöne Fotos in Kappadokien ergeben. Für die letzten 9 km nach Derinkuyu kämpfen wir uns 1! Stunde (bergab) gegen den Orkanwind. Wir wollten eigentlich noch 50 km weiter, aber bei dem Wind wären wir auch um Mitternacht noch nicht dort. Somit genießen wir den wider erwarteten Sonnenschein, gehen essen und versäumen die Sperrstunde für die unterirdische Stadt – mehr Pech geht fast nicht mehr L

13. Tag, 20. Apr. 2011: Derinkuyu – Pozanti

148,1  km                    7h 10 Fahrzeit              3516 Kcal                   790 HM

Wir starten nach einem ausgiebigen türkischen Hotelfrühstück um ¾ 8 in einen überaus sonnigen Tag. Windstille, schnurgerade und eben geht es die nächsten 1 ½ h nach Süden, bis wir auf die Hauptstraße nach Nigde treffen. Wir kommen zügig voran – Tina ist in Bestform und hält mein Tempo problemlos mit – oft taucht sie sogar plötzlich neben mir auf – fast etwas provokant…jaja.

Nach 80 km mit leichtem bergauf- bergab geht’s nun endlich los: wir radeln rauf zu einem Pass – herrlich grüne Wiesen rundherum, auch mit der Sonne haben wir Glück, die sich noch immer sehr oft durch die dichter werdenden Wolken kämpft. Der 1. Pass ist erreicht, es geht kurz bergab und nochmals rauf auf 1600m – der bisher höchste Punkt der gesamten Radtour. Nun schauen wir aber, dass wir gleich weiterkommen – Schneeregen bei Sonnenschein hat eingesetzt. Also auch in der Türkei gibt´s das typische Aprilwetter. Als wir unten sind machen wir in einem Tankstellenrestaurant halt – und sind mit unseren Rädern wieder die Stars. Es wird für uns ein eigenes Brot gebacken mit der Inschrift „Wellcome“ – richtig rührend. Den Drink, den der Kellner spendierte war allerdings ungenießbar (schmeckte wie ein gesalzener Kirschsaft) – wir mussten ihn in die Trinkflasche entsorgen…

Für die letzten 40 km hatten wir wieder Gegenwind, Regen und Schwerverkehr. Dafür ging es bergab und die Fahrt durch die Schluchten nach Pozanti war landschaftlich schön.
Im hässlichen Pozanti hatten wir Probleme, eine Unterkunft zu finden. Aber durch viel Herumfragen im Ort lotste uns eine Polizeistreife (mit Blaulicht) zu einer Absteige an der Hauptsraße.
Es war aber ein schöner Tag mit vielen Kilometern, der uns nun mitten ins Taurusgebirge brachte.

14. Tag, 21. Apr. 2011: Pozanti – Adana – Iskenderun

106,3  km                    5h 30 Fahrzeit         1566 Kcal                   910 HM

Der Regen hat eine Pause eingelegt. Deshalb starten wir schon frühmorgens um ½ 7. Es geht sofort bergauf, sehr idyllisch durch einen Wald (ja, seit kurzem gibt es wieder Bäume). Das wärmt uns auf. Nach einer Ortsdurchfahrt ziemlich weit oben gibt es dann die verdiente Frühstückspause. Das schmeckt herrlich nach bereits 400 Höhenmetern. Ab und zu lacht sogar die Sonne heraus.
Es geht nun aber nochmals bergauf, sehr schön durch Almen zum Pass auf 1400m. Leider haben wir keine Sicht auf das vor uns liegende Taurusgebirge.
Die Abfahrt ist dann leider immer wieder unterbrochen durch zahlreiche Gegenanstiege. Das trübt etwas das Abfahrtsvergnügen hinunter auf Meeresniveau.
Unten angekommen merkt man sofort die leichte Schwüle in der Luft. Wunderschön nehmen wir eine Abkürzung nach Adana – vorbei an Zwiebel erntenden Frauen, Erdbeerfeldern und Zitronenhainen, begleitet durch den Duft von Flieder.
Die letzte Stunde schwemmt uns der rollende Verkehr zügig und eben nach Adana, die 4. größte Stadt der Türkei. Unendliche Vorort- Blockbauten.
Wir gönnen uns nun den Luxus und fahren die hässlichen Kilometer entlang der Industrieküste nach Iskenderun per Bus.
Nun sind wir angekommen in der heißesten Stadt der Türkei. Nur merken wir nicht viel davon…einen Pulli braucht man schon.
Am Abend hat uns die Fressorgie gepackt: zuerst Fisch + Calamari essen an der wunderschönen Uferpromenade, dann je einen traumhaften Döner-Kebap und schließlich probierten wir als Nachspeise das für die Region berühmte Künefe.

15. Tag, 22. Apr. 2011: Iskenderun

 

Wieder ein Rad- Ruhetag. – gezwungenermaßen. Es regnet heute den ganzen Tag wie noch nie (zumindest hier). An Rad fahren ist nicht zu denken.
Deshalb stehen andere Dinge an – wir recherchieren viel im Internet wegen der Weiterfahrt und Lage nach/in Syrien, waschen Wäsche und ich geh zum türkischen Friseur. Ein Erlebnis: Ein Typ legt mir gleich eine Gesichtsmaske auf, der andere beginnt zu schneiden, 2 Kinder massieren mir die Wadln, einer flösst mir immer wieder Tee ein. Es werden einem die Ohren geputzt, die Nasenhaare gestutzt und die Finger einzeln gesäubert. Nun kann es (hoffentlich) morgen generalsaniert weiter gehen.

16. Tag, 23. Apr. 2011: Iskenderun – Cevik

90,0  km                      5h 30 Fahrzeit                                        610 HM

Heute geht es wieder weiter. Eine abenteuerliche 90 km lange Küstenstraße wartet auf uns. Zuerst rollen wir den schönen, palmenüberfluteten Uferboulevard entlang. Die ersten 37 km bis Arsuz gehen zwar direkt neben dem Meer entlang, sind aber weniger aufregend. Nun wird es aber spannend und einsam. Wir strampeln  oft steil bergauf, durch Dörfer und Zitrushaine. Ab dem letzten Dorf gibt es endgültig fast keinen Verkehr mehr. Das Sträßchen führt nun durch Wälder, schlängelt sich dem Berghang entlang, tief unten das Mittelmeer. Als wir wieder auf Meeresniveau sind hört auch der Asphalt auf – noch abenteuerlicher sind die zahlreichen Flussdurchquerungen. Da hilft nur die Schuhe ausziehen und das Rad 100e Meter durch wadltiefes Wasser schieben. Eine wildromantische Strecke – links steile Berghänge, rechts die Brandung. Kurz bevor wir wieder auf die Zivilisation treffen finden wir einen genialen Zeltplatz hoch über dem Meer mit Blick nach Westen (Sonnenuntergang!!) – ein schöner Tag.

Es ist jedoch  Samstagnacht – und die gesamte Jugend macht sich auf an die Küste. Türsch-Party ist angesagt. Immer wieder kreisen Autos um unser Zelt – der Türkenrock dröhnt volle Bulle aus den Boxen, es wird gejohlt und gekreischt. Um 3 ist dann der Spuk vorbei und da Meeresrauschen tief unter uns wiegt uns in den Schlaf…

17. Tag, 24. Apr. 2011: Cevik – Antakya

40,0  km                                                    500 HM

Der bisher wohl schönste Frühstücksplatz: vor unserem Zelt, in der Sonne sitzend, hoch über dem Meer.
Im Fischerort Cevik schau ich mir den berühmten „Titus Tunnel“ an, ein in historischer Zeit einzigartiges Bauwerk: ein in den Fels gefrester Tunnel und Canyon, um einen Wildbach umzuleiten.

Die Strecke von hier nach Antakya ist wenig aufregend – es geht durch hässliche Orte, Baustellen, viel Verkehr.

Antakya: vor 2000 Jahren unter dem Namen „Antochia“ zu den 3 größten Städten der Welt gehörend (neben Rom und Alexandria).

Auch der Name „Christen“ wurde hier erstmals erwähnt – ja, es gibt auch einige interessante Kirchen zu bewundern. Eigentlich eine Stadt mit Flair und Charme – trotzdem fühlten wir uns hier nicht ganz so wohl: das Schmuddelhotel war überteuert, auch sonst hat man uns hier da erste und einzige Mal in der Türkei einige Male über´s Ohr gehauen.
Aber das Essen schmeckte hier und das ist wohl dann doch immer wieder ein versöhnlicher Ausklang.

18. Tag, 25. Apr. 2011: Antakya – Aleppo (Syrien)

110,0  km                    6h 00 Fahrzeit                                      825 HM

Nach langen Internetrecherchen und Beratungen haben wir uns nun entschieden, trotz Unruhen doch nach Syrien aufzubrechen. Wir wollen nur in die bisher davon nicht betroffene Stadt Aleppo und dann per Flugzeug weiter nach Jordanien. Dies unser aktueller Plan.
Regen in der Früh, der dann endlich bald aufhört. Bis zur Grenze geht es eigentlich gemütlich dahin – zuerst! Bis auch ich plötzlich meinen ersten Platten hab – während Tina sich vorgestern dafür die wohl schönste Stelle ausgesucht hab, war es bei mir die Ungünstigste: an der Baustelle mitten auf einer Gatschstraße bei starkem Verkehr – mmhhh. Ein halbwegs sauberes Richten war unmöglich und es kommt wie es kommen muss: wenige Kilometer später erneut keine Luft mehr hinten drinnen. Diesmal am bereits ersten Grenzturm vor der Grenze. Die Soldaten waren aber sehr hilfsbereit und mit über 1h Verzögerung war dann die Grenze erreicht.
Doch etwas unheimlich das Ganze, v.a. mit dem Hinterwissen der zunehmen eskalierenden Lage in Syrien. Beim Anrollen wurden uns immer Worte wie „Syria Problem“ – „Don´t go“ oder „Syria closed“ zugerufen.
Nach einer aufregenden Stunde mit viel Bürokratie (v.a. der Reisepass im syrischen Grenzteil wurde ewig auf nicht erlaubte israelische Stempel durchsucht) waren wir in Syrien.
Recht zügig haben wir dann auch die letzten 50 km nach Aleppo geschafft. Mein GPS lotst uns zielsicher durch das Chaos des Stadtverkehrs zu unserem Hotel. Sehr zentral gelegen!

Am Abend schnupperten wir dann gleich mal in´s orientalische Flair mit Falafel, Fruchtsaft und sonstigen syrischen Leckerheiten. Es gefällt uns sehr gut und wir fühlen uns hier puddelwohl.

19. – 21. Tag, 26. – 28. Apr. 2011: Aleppo (Syrien)


Die nächsten 3 Tage verbrachten wir in und um Aleppo. Die Weiterreise ist ja doch etwas ungewiss. Von zu Hause erreichen uns nichts anderes als Meldungen, wir sollen so schnell wie möglich Syrien verlassen. Emails und alle westlichen Medien berichten nichts gutes.

Komplett anders das Bild hier vor Ort. Keine Spur von Hektik, Unruhen oder politischer Unstimmigkeiten. Wir befinden uns aber im von Unruhen noch nicht erfassten Norden. Wie es im Süden aussieht wissen wir nicht. Laut Medien eine wohl komplett andere Welt.
Zu Aleppo: eine unglaublich faszinierende Stadt – eine meiner Top- Städte bisher. Sehenswürdigkeiten und verschiedenste Viertel ohne Ende: Wir besuchen den faszinierenden Souk, 2 gigantische Moscheen, die Zitadelle, eine riesige Burgfestung mitten in der Stadt. Hier gibt es ein charmantes christliches Viertel, ein modernes Viertel (mit dem besten Eissaloon der Welt – yeahhh), schöne Parks und interessante Ruinen in der Umgebung.
Noch dazu ist Aleppo die kulinarische Hauptstadt Syriens, manche sagen sogar ganz Arabiens. Leckere Falafeln, Hummus, Kebaps, Süßspeisen an jeder Straßenecke. Alles zusammen ein überaus orientalisches Flair.
Doch etwas wehmütig verlassen wir aber ungeplant morgen früh Syrien – die Vernunft siegte doch! Und werden morgen in Jordanien wieder auf´s Rad steigen.

22. Tag, 29. Apr. 2011: Aleppo (Syrien) – Amman (Jordanien) – vor Jerash

82,6  km                      4h 20 Fahrzeit                                     675 HM

Viele halten uns nun wohl für verrückt und die Allerwenigsten wären gerne in unsere Lage gewesen (aus Sicht eines Daheimgebliebenen versteht sich), doch schweren Herzens und mit viel Wehmut verlassen wir heute Morgen Syrien. Es war das bisherige Highlight der Reise. Ausschließlich alle Syrer waren mehr als freundlich, ehrlich und hilfsbereit zu uns wie man es glaub ich nirgendwo sonst noch finden wird. Uns wurde pausenlos geholfen, wir wurden eingeladen usw.

Nunja, bereits am Vormittag landen wir mit den gut verpackten Rädern und starteten die Fortsetzung der „Tour Arabia“ in Jordanien.

Die ersten 60 km waren nur Autobahnen quer durch und um die Hauptstadt Amman. Wir steuern die 1. Touriattraktion Jerash an. Doch einige Radpannen (3 Platten!) verhindern ein rasches weiterkommen. Im letzten Sonnenlicht radln wir an einem unwiderstehlichen Plätzchen vorbei…und schon steht das Zelt in einer Oase an einem Flussufer. Diesmal wiegt uns Froschgequake vor dem Zelt in den Schlaf.

23. Tag, 30. Apr. 2011: vor Jerash – Jenseits des Jordan

120,9  km                    6h 30 Fahrzeit          70,3 Max.                       1365 HM

Ein extrem aufregender Tag. Er beginnt noch sonnig und reibungslos. Wir brechen sehr früh auf, um den aufkommenden Gegenwind zu entgehen. Das nutzt alles nichts. Von Beginn weg versucht uns der Wind am Vorankommen zu hindern. Endlich erreichen wir nach anstrengenden 22 km bergauf Jerash.
Nun ist mal ein ausgiebiges jordanisches Frühstück angesagt. Ich schau mir dann eine der Hauptattraktionen des Landes an – die alte römische Stadt Jerash. Tina bleibt draußen. Schwere Wolken ziehen auf; schließlich verhindert ein Platzregen die Weiterfahrt. Wir warten sicher 2h bis der Regen aufhört. Aber – eh klar – kaum wieder am Rad beginnt es erneut zu schütten. So stark, das kein Baum mehr Schutz bietet. Freundlicherweise wollten uns 2x Einheimische mitnehmen. Sehr lobenswert; ich lehne aber immer ab uns hoffe doch, dass wir endlich wieder starten können. Obwohl wir heute noch zum tiefsten Punkt der Erde wollen geht es noch immer bergauf. Ziemlich durchfroren von der Nässe haben wir dann den Pass erreicht. Nach einer Falafel-Stärkung geht es nun aber wirklich nur noch bergab. Von 1100m auf minus 400! Yeahhh.

Das Jordantal ist dicht besiedelt, überall Gewächshäuser und viel Verkehr. Nun geht es aber zügig dahin. Muss es auch, denn es ist noch ein weiter Weg und hier kann man nirgendwo übernachten – weder campieren noch gibt´s irgendwo ein Hotel. Es wird schon dunkel und noch immer kein Ende in Sicht. Wir aktivieren bereits die Stirnlampen. Im stockdunklen suchen wir die Wege zur Taufkirche vom Jesus. Endlich erreichen wir das Eingangstor…und werden vom unfreundlichen Wachmann abgewiesen. Tina ist aber komplett fertig und wir beschließen gleich 200m vom Eingang entfernt in einem Feld unser Zelt aufzuschlagen. Es ist eine verdammt schwüle Nacht hier unten in der Senke.

24. Tag, 1. Mai 2011: Jenseits des Jordan – Totes Meer

37,8  km                      2h 00 Fahrzeit                                  150 HM

Heute ist ein lockerer Tag geplant. Doch bei meinem ersten Blick aus dem Zelt (wie immer im Morgengrauen) seh ich in beiden! meiner Reifen keine Luft. Bei so vielen Löchern im Reifen hätt ich mir das Übergewicht des plattensicheren Mantel sparen können.

Am Vormittag schauen wir uns den Ort an, an dem angeblich Jesus getauft wurde und somit das Christentum entstand.
Nun geht es noch lockere 25 km zum öffentlichen Strand ans Tote Meer. Der Rest des Tages war ein Badetag. Es ist schon faszinierend, sich bei 30% Salzgehalt wie ein Korken an der Wasseroberfläche treiben zu lassen. Am Abend bauten wir unser Zelt im Badeareal auf. Kaum in unserem Bau hatten wir auch noch Probleme mit einem betrunkenen Jordanier, der in unser Zelt wollte. Das war dann doch zu viel und wir über siedelten in die näher der Bade-Polizeistation.

25. Tag, 2. Mai 2011: Totes Meer – Karak

83,4  km                      5h 18 Fahrzeit                           1840 HM

Ohne Frühstück starten wir so früh wie möglich nach dieser aufregenden Nacht. Wir radeln wunderbar entlang der gesamten Ostküste des Toten Meeres. Immer wieder bieten sich Ausblicke auf die Salzformationen am Ufer und die Wadis (Canyons) auf der anderen Seite der Straße.
Nach 55 km kommt die Kreuzung rauf nach Karak. Jetzt müssen wir uns entscheiden. Tina traut sich die Auffahrt doch nicht zu und nimmt den öffentlichen Bus.
Ich allerdings lasse mir die 1400 Höhenmeter vom tiefsten Punkt der Welt rauf nach Karak nicht entgehen. Es ist bereits kurz vor Mittag und logischerweise brutal heiß. Die erste Stunde ist die reinste Hölle. Der uns tagelang belästigende Wind weht genau dann nicht, wenn man ihn braucht. Bei Windstille, bis zu 10% Steigung und in der prallen Mittagshitze schraube ich mich mit dem schwer bepackten Rad nach oben. Teilweise glaub ich innerlich zu verglühen. Aber es wird dann langsam flacher und auch kühler. Nach 3h und einen Verbrauch von 3l Wasser + ½ Wassermelone erreiche ich ziemlich fertig das Hotel, in dem Tina bereits auf mich wartet.
Am Nachmittag schauen wir uns die berühmte Burgfestung an, bummeln durch den Ort und verwöhnen uns kulinarisch.

26. Tag, 3. Mai 2011: Karak – Dana

97,0  km                      6h 20 Fahrzeit            69 Max.                      1840 HM

Bereits um 7 sitz ich am Rad – wieder allein. Tina kommt mit dem Bus nach. Es geht zuerst ein wenig rauf auf 1200 Meter und dann ewig lang runter ins Wadi al-Hasa auf 400m. Eine Abfahrt runter in die Wüste. Herrlich – rundum alles komplett trocken ohne irgendeine Vegetation. Auf der anderen Seite des Tals geht’s dann halt wieder rauf, aber das stört mich heute gar nicht. Mit Musik im Ohr, wenig Verkehr und noch zeitig am Vormittag macht es Spaß zu radeln.
Und schließlich überholt mich oben der Bus mit Tina drinnen. Sie lässt sich abladen und nun sind wir wieder vereint „on the road“.
Nach einer Kebap- Mittagspause strampeln wir noch ziemlich viele Höhenmeter rauf und runter. Aber schon am frühen Nachmittag war unser Tagesziel Dana erreicht. Ein Mini- Ort mit Lehmhäuser in den schroffen Bergen Jordaniens. Das ganze hat Flair. Auch das Hostel ist nett + die anderen Gäste. Wir treffen erstmals auf der Tour Langzeitreisende wie z.b. einen Slowenen,  der bereits seit 5 Jahren um die Welt radelt und somit klarerweise unendlich viele Gschichterln zu bieten hat.

27. Tag, 4. Mai 2011: Dana – Petra

68,3  km                      4h 10 Fahrzeit           80,36 Max.                 1100 HM

Nach 2 harten Tagen (für mich) steht nun ein lockerer Tag an. Wir lassen uns beim Frühstück Zeit und starten erst um ½ 11. Gleich zum Aufwärmen geht es für 30 Minuten die bisher steilste Straße der Reise rauf. Bis über 20% Steigung kosten Schweiß ohne Ende. Da es in Jordanien scheinbar nie flach dahingeht fahren wir die mühsam erkämpften Höhenmeter gleich wieder runter, um sie später wieder rauf zu fahren u.s.w.
Bevor wir uns morgen „Petra“ anschauen nehmen wir heute Nachmittag „Klein Petra“ mit – ist fast kein Umweg und eine tolle Einstimmung auf morgen. Auch die Straße dorthin und dann weiter ist die für mich bisher schönste der Reise mit einer herrlichen Wüstenlandschaft und wunderbaren Gesteinsformationen.
Schon die kleine Ausgabe der Felsstadt Petra hat uns beeindruckt. Dann können wir uns ja morgen auf ein Reisehighlight der Extraklasse freuen. Ich kann´s kaum erwarten….

28. + 29. Tag, 5. + 6. Mai 2011: Petra

 

Zwei radfreie Tage warten auf uns. Wir nehmen uns viel Zeit, um die Felsstadt Petra genau zu erkundschaften.

Petra – Weltkulturerbe, eines der 7 neuen Weltwundern, die jordanische Hauptattraktion und sicher eine der genialsten Sehenswürdigkeiten unserer Erde. Das sagt wohl schon alles. Der Besuch dieser einzigartigen antiken Stadt war auf jeden Fall eines meiner eindrucksvollsten Reiseerlebnisse. An beiden Tagen machen wir uns bereits um 6:00 auf den Weg, um zu den  ersten Touris im Areal zu gehören. Wir besteigen Aussichtspunkte, legen zig Kilometer zurück und sind am Abend fertiger als an den härtesten Radtagen.
Massentourismus gibt es heuer hier keinen – die haben alle schiss in den nahen Osten zu fahren. Selber schuld – so wenige Leute wird man hier wohl nie mehr wieder sehen. Sonst sind hier bis zu 4000 täglich drinnen.
Also: uns hat es sehr gut gefallen und können morgen unsere Tour Richtung Wüste fortsetzen.

30. Tag, 7. Mai 2011: Petra – Wadi Rum

124,4  km                    6h 20 Fahrzeit           3128 Kcal.                  1245 HM

Heute wartet ein langer, höhenmeterreicher Tag auf uns Radreisende. Und der ist landschaftlich ein Wahnsinn. Es geht hoch hinauf auf über 1600 Meter – d.h. es ergeben sich immer wieder Blicke auf die schönen Felsformationen und Canyons in verschiedenen Farben unter uns. Und das alles noch im farbenprächtigen Morgenlicht; ja, wir sind schon um 6:00 am Radl gesessen!
Tina ist in Topform – für sie war es der bisher schönste Radtag (aber sie ist ja nicht vom Toten Meer rauf geradelt J).

Als wir nach 45 km den „Desert Highway“ erreichen geht es eigentlich für heute nur noch bergab durch schöne Wüstenlandschaft und dann weiter ins Wadi Rum. Dort lassen wir die Räder auf ein Geländefahrzeug laden und machen eine 3h- Wüstensafari durch die Sand- und Bergformationen des Wadi Rum. Am Abend werden wir dann noch in einem Beduinencamp abgesetzt und lassen den Abend unter dem Wüstensternenhimmel – eingewickelt in unsere Schlafsäcke – ausklingen. Tina hat recht: vielleicht der schönste, abwechslungsreichste Radtag – das macht Lust auf mehr!!

31. Tag, 8. Mai 2011: Wadi Rum – Aquaba (Rotes Meer)

67,9  km                      6h 30 Fahrzeit            10,30 km/H  Durchschnitt    430 HM

Die Nacht im Freien war toll. Noch vor Sonnenaufgang um 6:00 machen wir uns auf den Weg, um durch die Wüste ans rote Meer zu radeln.
Wir erwarteten uns die vielleicht schönste Etappe…es wurde die Schrecklichste!

Am Vorabend hat uns noch ein Einheimischer die genaue Route durch die Wüste erklärt, alles in Sand gezeichnet und uns versichert es sei alles eine hart gepresste Spur – null Problem zum Radeln. Da er aber höchstwahrscheinlich noch nie auf einem (Reise)Rad gesessen hat er die Strecke für uns wohl komplett falsch eingeschätzt. Es hat zwar teilweise wirklich alles sehr hart ausgesehen und für ein Geländefahrzeug bzw. zum Durchwandern kein Problem. Doch unsere schwer beladenen Räder mit den schmalen Reifen sinken dann doch immer wieder ein.

Resultat: Für diese „Abkürzung“ – 30 km quer durch die Wüste – haben wir 7 !! Stunden gebraucht. 95% der Strecke mussten wir das Rad schieben, oft durch tiefen Sand. Völlig fertig haben wir dann endlich irgendwann doch noch eine Asphaltstraße erreicht.
Landschaftlich wär´s ja wirklich beeindruckend schön gewesen…das war uns aber bald egal!.
Heute klappte leider nicht viel. Kaum den Asphalt erreicht hatten wir Gegenwind. Dann wurde uns noch eine Abkürzung zum Roten Meer empfohlen: landschaftlich schön und null Verkehr. Was war? So viele LKWs wie noch nie, die mit über 100 km/h an uns vorbeidonnerten – steil runter an´s Meer. In der Bruthitze des späten Nachmittags quartierten wir uns in einem anfangs nett aussehenden Hotel ein, das sich dann als Vollverhau herausstellte: kein Wasser im Zimmer und die Besitzer so was von arrogant, dass wir nach einer Stunde die Flucht ergriffen und gleich nebenan doch noch ein nettes Hotel mit toller (Pool)Atmosphäre, Tauchschule incl. gefunden haben. Die Chefitäten kommen aus Salzburg und Bayern und darum fühlen wir uns von Anfang an pudelwohl. Hier bleiben wir a Zeiterl und lassen uns verwöhnen….

32. + 33. Tag, 9. + 10. Mai 2011: Aqaba (Rotes Meer)


Die nächsten 2 Tage standen ganz im Zeichen der Unterwasserwelt. Tina gönnte sich zum Geburtstag einen Tauchkurs. Auch ich hatte 4 Tauchgänge, die alle beinahe an meine Australienerlebnisse rankommen. Eines Morgens versuchten wir nach Saudi Arabien zu fahren, aber bereits an der jordanischen Grenzseite war Endstation.
Somit verbrachten wir die 2 Tage am Roten Meer entweder unter Wasser, am Pool oder beim Essen in einem der guten Restaurants in Aqaba.

34. Tag, 11. Mai 2011: Aqaba (Rotes Meer) – Karak

42,6  km                      2h 40 Fahrzeit                                  380 HM

Heute soll es auf nach Israel gehen. Nach dem Frühstück radeln wir entlang der Küstenstraße des Golfs von Aqaba. Eine Kilometer entfernt am anderen Ufer sehen wir Ägypten, vor uns taucht Israel (Ellat) auf. Da wollen wir hin.
Aber bereits auf der jordanischen Seite der Grenze drehen wir wieder um. Unser Plan: nach Jerusalem, von dort über die Grenze am Toten Meer zurück nach Jordanien um von Amman heim zu fliegen. Man aber an der Toten Meer- Grenze das Visum bereits vorher im Pass haben muss wollten wir uns dieses an der Grenze besorgen, wo wir uns nun befinden. Sollte laut Botschaft so gehen. Die haben dort aber gar kein Visum. Das alles wird uns deshalb zu kompliziert und der nächste Plan wird umgeworfen.
Zurück in Aqaba wird Notfallsplan Nr. 8 geschmiedet: Da es bereits schon Nachmittag ist und die Temperatur schon seit Stunden jenseits der 30 Grad Marke liegt brauchen wir an Radfahren heute nicht mehr zu denken. Wir checken uns einen Bus, kaufen uns 6 Sitzplätze (die Rückbank für die Räder + unsere beiden) und auf geht´s nach Karak.
Das Positive daran: wir fahren den „Dead Sea Highway“ – eine interessante Strecke immer parallel zur israelischen Grenze – durch schöne Landschaft mit Sanddünen, Salzseen und kahlen Bergen.
Karak kennen wir ja bereits und quartieren uns zweckgebunden im billigsten Hotel der Stadt ein. Ein Bett zum Schlafen – das reicht. Morgen starten wir ja früh!

35. Tag, 12. Mai 2011: Karak – Madaba

96,1  km                      5h 40 Fahrzeit            72,34 Max.                 1585 HM

Da wir heute runter zum Wadi Mujib Canyon müssen und auf der anderen Seite wieder hoch starten wir so früh wie noch nie. Bereits um 6:00 strampeln wir aus Karak raus. Schon bei den ersten Steigungen kommen wir ordentlich ins Schwitzen. Um diese Zeit in dieser Höhe (950m)…das kann ja was werden.
Nach 1 ½ h stehen wir an der Kante des Canyons. Tief unter uns ein Staudamm – da müssen wir runter auf 150 Meter und…logo…auf der anderen Seite wieder rauf.
Die Abfahrt kann ich doppelt nicht genießen: erstens müssen wir ja das ganze ja wieder rauf, zweitens hab ich schon wieder einen Platten. Es steht 7:2 für mich L.

Unten nahe der Staumauer gibt´s dann endlich die verdiente Frühstückspause. Gestärkt geht es besser als erwartet rauf. Es ziehen Wolken auf und der Wind frischt etwas auf. Aber kaum oben angekommen wartet das nächste Wadi – wieder runter – wieder rauf. Wir sammeln Höhenmeter um Höhenmeter. Dann kommt natürlich auch noch der obligatorische Gegenwind dazu. Trotzdem erreichen wir bereits um 3 Uhr Madaba. Wir finden ein total nettes Hotel. Die Stadt hat über 1/3 christliche Bevölkerung. Es gibt einige Kirchen zu bewundern. Ein nettes Städtchen – auch die Innenstadt wirkt gepflegter als viele andere Städte Jordaniens bzw. der gesamten Reise. Vielleicht wecken uns ja morgen wirklich erstmals anstelle des Muezzins die Kirchenglocken!!

36. Tag, 13. Mai 2011: Madaba – Ma´in hot springs – Madaba

41,2  km                      2h 35 Fahrzeit          69,6 Max.                   505 HM

Der letzte Tag der Reise – und wieder wurden unsere Pläne umgeworfen. Am Morgen hatten wir noch vor, runter ans Tote Meer zu fahren, dann in die Wadi Mujib Schlucht und am Nachmittag zur Entspannung rauf zu den heißen Wasserfällen von Ma´in, um dort zu campen.
Aber bereits die Abfahrt runter zum Toten Meer war keine reine Abfahrt sondern wieder ein permanentes bergauf – bergab.
Tina´s Beine waren noch schwer vom Mördertag gestern. Bei der Abzweigung zu den heißen Quellen entschied sie sich nicht mit runter ans Tote Meer zu fahren (diese 700 Höhenmeter müssten wir dann ja heute wieder rauf). Allein wollte ich auch nicht weiter und wir entschieden uns für einen Badetag.
Vom Abzweig geht es 500 Höhenmeter steil bergab – unglaublich wie steil – die Bremsen glühen und wir legen einige Auskühlpausen ein. Leider ist wieder mal Freitag – d.h. Massen an Jordanier packen ihren Familienclan, Freunde und Griller ein und fahren zu schönen Plätzen. Die Folge: ein völlig überfülltes Areal. Der Eintrittspreis ist mit 15 Euro eindeutig überteuert. Aber der 45 Grad heiße Wasserfall war trotzdem ein Erlebnis.
Nach einigen Stunden reicht´s uns aber – campen ist hier ohnedies verboten – und wir schauen, dass wir irgendwie zurück kommen nach Madaba. Die 28% steile Straße rauf können wir unmöglich erradeln. Gleich der erste Pickup bleibt stehen, lädt unsere Räder auf und bringt uns rauf.
Aber da sich ja kein Jordanier die Freitagsgrillerei entgehen lässt stoppen wir auf halben Weg. Holz wird gesammelt, die Spieße präpariert und ½ h später sitzen wir gemeinsam mit unseren 3 neuen Freunden bei knusprigen Lammfleisch, Brot, Getränken und Wassermelone mit Blick auf´s Tote Meer tief unter uns. Also doch noch ein versöhnlicher Ausklang des letzten Tages.

37. Tag, 14. Mai 2011: Madaba – Wien – Graz

40,9  km                      2h 00 Fahrzeit           59,61 Max.                 380 HM

Die “Radtour Arabia” geht heute also zu ende. Natürlich schade, aber in Jordanien haben wir nun wirklich so gut wie alles gesehen. Ich schau mir am Morgen noch den Moount Nebo an. Ein biblischer Ort – Moses soll hier begraben sein. Vor seinem Tod hat er von hier das ihm versprochene heilige Land erblickt (Israel).
Am Vormittag organisieren wir uns Verpackungsmaterial für die Räder und rollten schließlich locker die letzten 20 km zum Flughafen (erstmals auf der Reise Rückenwind!!!). Dort gab es den erwarteten Stress – Räder zerlegen, verpacken, durch alle unnötigen Sicherheitsschleusen. Schließlich doch ohen Aufzahlung eingecheckt und sicher über Wien in Graz gelandet.
Aus heutiger Sicht steht aber fest: We´ll be back – mit dem Rad…2012. Geplante Tour: Von Aleppo durch Syrien, dem Libanon bis nach Israel.

Meine persönlichen Highlights der Reise:

  • Kappadokien (trotz miesem Wetter)
  • Aleppo (Syrien) – eine meiner Lieblingsstädte – orientalisch, historisch und kulinarisch!
  • Das Tote Meer - ein Genuß hier wie ein Korken zu treiben
  • Perta - sicher eines meiner bisher faszinierendesten Sehenswürdigkeiten !!
  • Das Wadi Rum - Traumhafte Wüstenlandschaft und Übernachtung im Beduinencamp
  • Tauchen im Roten Meer

Tagebuch Rennradreise von Graz nach Barcelona 2011

T A G E B U C H   R E N N R A D TO U R   G R A Z  -  B A R C A    2 0 1 1

1. Tag, 7. Juli 2011: Graz – nach Hermagor

263km                          11h20 Fahrzeit                        1815 Höhenmeter               

4:35 Start in Graz – das Wetter passt – die Motivation auch- Es geht zügig bis zum Radlpass. Dieser der steilste Abschnitt heute. Wir kämpfen uns mit letzter Kraft auf den eher harmlosen Pass. Das kann ja heiter werden mit unseren schweren Rädern…
Badepausen am Klopeinersee, Wörthersee und Silbersee. Ewige Suche nach Platz an der Gail. 40km sind wir heute auf unasphaltierten Wegen gefahren!

 

2. Tag, 8. Juli 2011: nach Hermagor  – Mühlbach

160km                              8h30 Fahrzeit                      1900 Höhenmeter         

Start in den heutigen sonnigen Morgen war 6:00. Frühstück in Kötschach- Mauthen bevor es dann rauf geht ins Lesachtal. Steile Aufschwünge und immer wieder kurze Abfahrten prägen die Fahrt nach Osttirol. Ab dem Kartitscher Sattel geht es nun fast nur mehr bergab nach Südtirol. Eine unglaublich gute Pizza verzerren wir in Bruneck. Der Radweg von hier Richtung Brixen (wie eigentlich in ganz Südtirol) ist ein Traum. Schönes Übernachtungsplatzerl hoch über Mühlbach.

 

3. Tag, 9. Juli 2011: Mühlbach – Stilfserjoch Kehre 12

162km                         8h40 Fahrzeit                            1915 Höhenmeter

Start 5:45. Es geht runter nach Brixen, einer wunderschönen Stadt. Frühstück im herzigen Ort Klausen. Der Radweg im Eisacktal runter nach Bozen war der wohl schönste meines Lebens. Kurzer Stadtrundgang in Bozen. Zügig geht´s nach Meran – meine Lieblingsstadt hier in Südtirol (versteht Bernd gar nicht).
Im Eisacktal geht es über einige Steilstufen wieder bergauf bis Prad – dem Startpunkt zum Stilfser Joch. Stärkung bei Bier und Knödeln.
Fahren dann noch 1000 HM bis nach Kehre 33 und finden dort in der Nähe einen Traumplatz am Bach mit Ortlerblick zum Sonnenuntergang.

 

4. Tag, 10. Juli 2011: Kehre 12 – Comosee

166 km                         8h00 Fahrzeit                              1370 Höhenmeter

Ein Wahnsinns- Morgen – null Verkehr im 1. Morgenlicht. Wir erklimmen die restlichen 36! Kehren fast einsam und allein. Ankunft bereits kurz nach 8 am Stilfser Joch, dem 2. höchsten Alpenpass. Wir machen auch noch gleich den Umbrailpass (höchster Pass der Schweiz) mit. Auch die Runterfahrt war genial: Viel Gegenverkehr, 100e Rennradfahrer und zig (unbeleuchtete) Tunnel. In Tirano haben wir Steve getroffen. Sind gemeinsam (zu dritt) zum Comosee gefahren. Immer wieder Gewitter, sogar Hagel. Campingplatz am See.

 

5. Tag, 11. Juli 2011: Comosee – Po

216 km                        9h30 Fahrzeit                                    1305 Höhenmeter

Vormittags um 7:00 gestartet. Wir radeln noch 50 km dem Comosees entlang, vorbei an teilw. beeindruckenden Villen und traumhaften Örtchen. Dann kurzer Abstecher in die Schweiz. Es geht mit wenig Verkehr und zunehmender Hitze Richtung Poebene und in den Weinort Ghemme. Dort gibt es eine ausgiebige Siesta im Schatten. Gestärkt geht es weiter, vorbei an Reisfelder und schließlich über die Pobrücke zu einem Waldzeltplatz.

6. Tag, 12. Juli 2011: Po – Pontechianale (vor Col Agnel)

140 km                        7h20 Fahrzeit                                     1755 Höhenmeter

Bereits am Morgen schwül und bewölkt. Es geht leicht hügelig, dann flach weiter bis zum Beginn des Valle Varaita. Wir springen zur Abkühlung in den Fluss. In leichter Steigung geht´s im Tal bergauf über Sempeyre (komischer Ort) nach Casteldelfino (extrem schöner Ort).
Waschen im Stausee und Pizza essen im Örtchen Pontechianale. Traum – Zeltplatz direkt am See.

7. Tag, 13. Juli 2011: Pontechianale – Lac de Serre-Poncon

151 km                        8h00 Fahrzeit                                     2410 Höhenmeter

Wie immer schau ich gleich nach dem Wecker aus dem Zelt. Heute schaut´s weniger erfreulich aus – dunkle Wolken. Und kaum war das Zelt abgebaut setzt schon der Regen ein. Während der Auffahrt rauf zum Col Agnel (3. Höchster Alpenpass) hatten wir Starkregen und peitschendem Wind zu kämpfen. Logischerweise war die Aussicht nicht berauschend und spätestens bei der Abfahrt wurde mir eiskalt.
Auch unten im Tal immer wieder Regen – manchmal oft Sintflutartig – das zwingt uns zu stundenlangen Pausen im Trockenen. Am späten Nachmittag dann endlich Sonnenschein. Wir fahren um den Lac Poncon und suchen in der Abenddämmerung einen Zeltplatz in einem idyllischen Tal.

 

8. Tag, 14. Juli 2011: Lac de Serre-Poncon – Vaison-la-Romain

160 km                              8h50 Fahrzeit                                2425 Höhenmeter

Frühmorgens zum Frühstück nach Sisteron – nettes Örtchen. Ein windiger, kühler, aber recht sonniger Tag steht bevor. Es geht permanent rauf, über einen „Col“, runter, rauf, „Col“, runter….
Auf dem Weg herrlich- violette Lavendelfelder – so stellt man sich die Provence vor! Und dann wartet der Mont Ventoux – Gigant der Provence und Königsberg der Tour de France. V.a. die letzten 400 Höhenmeter im kahlen Gipfelbereich hatten es in sich mit Gegenwind, der teilweise Orkanstärke erreichte. Die Aussicht + die Abfahrt (1700 HM!) entschädigen aber für die Quälerei.
Campingplatz im Weingarten bezogen und auf geht´s zum Abendessen nach Vaison/Romain am französischen Nationalfeiertag.

 

9. Tag, 15. Juli 2011: Vaison-la-Romain – Barjac (nähe Gorges de l´Ardeche)

143  km                                7h 20 Fahrzeit                           1270 Höhenmeter

Gleich am Morgen schauen wir uns 3 weltberühmte Weinorte an: Séguret, Sablet und Gigondas. Bernd´s Weinherz schlägt höher, aber auch mir gefallen die Ortschafterln + Umgebung sehr gut. Die Weiterfahrt ist teilweise durch starken Gegenwind geprägt. In der Stadt Orange schauen wir uns das weltberühmte römische Theater an. Es geht über die Rhone und vorbei an einem Atomkraftwerk (von 58 in Frankreich).
Am Nachmittag/Abend radeln wir durch die Ardeche-Schlucht – sicher ein absolutes landschaftl. Highlight der Tour: tief unter uns mäandriert der Fluss wie im „bewaldeten“ Grand Canyon. Schönes Nachtplatzerl in der Steppe des Zentralmassivs.

 

10. Tag, 16. Juli 2011: Barjac – Millau

170  km                                   8h 40 Fahrzeit                           1860 Höhenmeter

Am Morgen geht es wieder hügelig weiter – rauf, runter, Pass….
Dann durchfahren wir die Gorges du Tarn. Die berühmte Schlucht beginnt eher unspektakulär, wird aber gegen Ende praktisch mit jedem Kilometer genialer. Diesmal fahren wir IN der Schlucht, sehen einige der schönsten Orte Frankreichs, die teilweise am Felsen kleben. Das Berühmteste davon ist wohl Saint Enemie. Auch Baden im Fluss war angesagt.
Wieder einen wunderbaren Platz für unser Zelt und unsere Baguette- und Weinjause gefunden.

 

11. Tag, 17. Juli 2011: Millau – nach Albi

143  km                                       7h 20 Fahrzeit                         895 Höhenmeter

Ein Tag zum Vergessen. Bernd + ich (beide) fühlen uns vom Morgen an etwas kränklich. Noch dazu immer wieder Regen. Treten lustlos zig Stunden den Tarn- Fluss entlang – es geht unter dem „Viaduc de Millau“ hindurch, der größten Schrägseilhängebrücke der Welt.
Dann die Stadt Albi: Wunderschöne Altstadt (Bischofsviertel seit 2010 Weltkulturerbe). Mit vielen Ziegelbauten und einer Riesenkathedrale wirkt die Stadt etwas schottisch.

 

12. Tag, 18. Juli 2011: nach Albi – Toulouse

97  km                                          5h 30 Fahrzeit                           465 Höhenmeter

Zum Frühstück die kleine Stadt Gaillac angeschaut – eine Weinstadt die man klein- Albi nennen könnte (wenn man sie renoviert). Rollen gemütlich mit vielen Pausen nach Toulouse. Abends quartieren wir uns dort bei Sebastien ein, den wir über „warmshowers.org“ kontaktiert haben – Radreisende bieten anderen Radreisenden eine Schlafmöglichkeit. War sehr nett mit ihm; bekamen eine (Rad)Stadtbesichtigung, fuhren zu vielen schönen Plätzen Toulouse und endeten in einem Einheimischen Lokal mit herrlicher franz. Küche und Wein.

 

13. Tag, 19. Juli 2011: Toulouse – Merens les Vals

151  km                                        7h 40 Fahrzeit                             1305 Höhenmeter

Frühstück bei/mit Sebastien. Wir verabschieden uns gegen 9:00. Ein extrem windiger Tag heute. Fahren die ersten 1 ½ h immer entlang des Canal du Midi. Meist Seiten- und Rückenwind. Sehr wechselhaftes „Aprilwetter“ – geraten zigmal in einen Regenschauer. Fahren über einige Hügel, Sonnenblumenfelder und erste Blicke auf die (wolkenverhangenen) Pyrenäen.
Immer weiter Richtung Andorra. Verfahren uns ziemlich wild: der Radweg wird zu einem Schlammweg, der zu einem dornigen Graspfad und der zu einem Klettersteig (A/B). Ergebnis: 1h schieben, tragen und klettern mit bepacktem Rennrad.
Im letzten Tageslicht bauen wir auf 1000m unser Zelt an einem schönen, alpinen Platz auf.

 

14. Tag, 20. Juli 2011: Merens les Vals – Solsona

177  km                                        9h 40 Fahrzeit                              3445 Höhenmeter

Aufbruch um 6:30. Sehr frisch in der Früh – 5°C. Es steht uns ein sonniger Tag bevor. Zuerst geht es mal 1350 Höhenmeter rauf zur Grenze nach Andorra. Bernd findet abolut nichts auch nur irgendwie sehenswert hier. Andorra ist ein Einkaufsparadies in jeder Hinsicht: mitten in den Bergen gibt´s hier Riesensupermärkte, Alkshops, Diskonttankstellen u.s.w. an jeder Ecke. Das alles passt aber gar nicht hierher in die schöne Natur!
In Spanien geht es dann in die „echten“ Pyrenäen: viele nette Steindörfer und zig Pässe bedeuten einen neuen Höhenmeterrekord für mich! J

 

15. Tag, 21. Juli 2011: Solsona – Barcelona

131  km                                         6h 50 Fahrzeit                              1570 Höhenmeter

Der letzte Radtag! Meist radeln wir durch bereits dicht besiedeltes Gebiet. Wir machen es uns aber nicht leicht und wählen die wohl schwierigste Route. Wir müssen somit noch über 2 Berge: der erste ist der Park Natural San Llorenz del Mund (höchste Pkt 871m). Dann geht´s runter durch viele viele Vororte von Barcelona.
Dann der Endspurt: rauf auf den Hausberg von Barcelona. Ein Wahnsinn: plötzlich liegt unter uns die Millionenstadt – das lang ersehnte Ziel, das wir uns so mühsam und hart erkämpft haben.
Wir fahren runter und rein ins Straßengewirr von Barca. Dort treffen wir gleich unseren „Abholservice“ – Bernd´s Bruder + Begleiterin. Nehmen uns ein günstiges Zimmer in der Altstadt von Barca, gehen duschen, was trinken und essen und fliegen dann todmüde ins Bett.

 

16. + 17. Tag, 22. + 23. Juli 2011: Barcelona (+ Heimfahrt)

Da wir ja gestern zu faul waren zum Sightseeing holen wir das nun noch im Schnellverfahren nach: wir besuchen einige Gaudi- Gebäude, die Kathedrale und das Nou Camp Stadion (leider nur von außen). Wir genießen ein wenig das Stadt- und Strandleben, essen Paella und trinken Cocktails.
Am Samstagtag früh treten wir die 18!- stündige Autofahrt nach Hause an und kommen Sonntag früh dort an, wo wir uns 16 Tage und 22 Stunden zuvor auf´s Rad geschwungen haben.

 

Z U S A M M E N F A S S U N G :

 

Gesamtkilometer:                                         2431             (162 pro Tag)

Gesamthöhenmeter:                                     25705           (1714 pro Tag)

Gesamte Fahrzeit:                                        123 h            (5 Tage 3h)

Weiteste Tagesetappe:                                263 km         (Tag 1)

Längste Fahrzeit pro Tag:                            11 h 20         (Tag 1)

Meisten Tageshöhenmeter:                          3445             (Tag 14)

Maximalgeschwindigkeit:                              79,0 km/h

Höchster Punkt:                                            2770 m

Tiefster Punkt:                                              0 m

Höchsttemperatur:                                       35° C

Tiefsttemperatur:                                           5° C

Fahrradplatten:                                              beide 0

Nächte im Zelt:                                              14 x

„Wildes Campen“:                                         12 x

Weitere Fakten:                                            7 Länder und 20 Pässe

Australien 2002-03

  Australien -

25. September 2002 bis 6. März 2003


Lange träumten wir beide (Gernot und ich), einmal für längere Zeit weit weg zu fahren.
Da jeder von uns unbedingt mal nach Australien wollte, entwickelte sich dieser Traum bei jedem Treffen mehr und mehr zur Realität.
Und als ich mein Diplomarbeitsthema über das “El Nino- Phänomen in Australien” wählte, war für mich alles beschlossene Sache.

Wir starteten im Westen – in Perth. Dort kauften wir uns für das halbe Jahr durch Australien ein Allradauto, um auch wirklich überall hinzukommen. Doch bereitete uns dieser Toyota Landcruiser mindestens soviel Ärger wie Freude.
Von Perth gings die sehr einsame Westküste nach Norden. Das ist wohl jener Teil Australiens, wie viele sich den “roten Kontinent” vorstellen: eben rote Erde, Einsamkeit, Kängurus, verlassene Traumstrände und Freiheit + Abenteuer.

Aber auch das “Northern Territory” ist Australien pur – genauso dünn besiedelt, gigantische Wildnis aber auch Feuchtgebiete mit gefährlichen Tieren wie Schlangen und Spinnen (siehe Fotos). Es scheint als wären die Australier mächtig stolz auf ihre gefährlichen Tiere: zig mal hörten wir die Geschichte, dass 8 der 10 weltweit giftigsten Spinnen in Australien beheimatet sind.

Im “Northern Territory” liegt auch der Hauptlebensraum der Aborigines, der Ureinwohner.
Es ist aber auch jener Bundesstaat mit dem wohl berühmtesten roten Fels der Welt: dem Uluru oder noch immer bekannter durch seinen alten Namen: Ayers Rock. Gleich in der Nähe besuchten wir natürlich auch noch den Kings Canyon mit seinen überhängenden glatten Wänden.

In Adelaide erreichten wir nach monatelangem Aufenthalt im Outback wieder eine Millionenstadt (wie wohltuend).
Über die Great Ocean Road ging´s nach Melbourne – zu den Weihnachts – und Silvesterfeierlichkeiten nach Sydney und dann die ganze Ostküste rauf bis Cairns und weiter zum Cap Tribulation. In Sydney endete diese fast 6 Monate dauernde Tour.
Highlights: die Einsamkeit des australischen Outbacks, Platzregen am Ayers Rock, die gewaltigen Nationalparks, Sydney und Melbourne, ein Tauchkurs am Great Barrier Reef und der lockere Lebensstil der Aussis.

 

 

 

Ecuador – Galapagos und Kolumbien 2011-12

Ecuador mit Galapagos und Kolumbien

1. Tag: 7. Dez. 2011: Flug Wien – Madrid – Bogota

Mit Zug am Vortag nach Wien. Übernachtung bei Thomas S.
Um 5:00 ! bereits Richtung Flughafen unterwegs.
Lange Anreise nach S-Amerika über Madrid in die Hauptstadt Kolumbiens nach Bagota.

2. Tag: 8. Dez. 2011: Bogota – Flug nach Quito

Der ganze Tag gehört Bogota. In der Früh zeigt sich die Stadt doch noch eher unattraktiv: komische Gestalten und wenig Treiben. Aber mehr und mehr gefällt mir die 8 Millionen Metropole. Highlights: das Goldmuseum und Aussichtspunkt am Hausberg auf das Häusermeer 1500 Stufen unter uns. Abend Weiterflug nach Quito.

3. Tag: 9. Dez. 2011: Flug Quito – Guayaquil – Baltra (Galapagos)

Wieder fliegen L. Aber diesmal ans Ende der Welt. Auf die Inselwelt der Galapagos.
Landen in Baltra und fahren auf die Insel Santa Cruz. Nun sollten die weiteren Tage geplant werden: wir buchen uns für morgen Abend eine 3- Tages Tour um 500$.
Nachmittags wandern wir zur Totuga Bay. Eine Traum- Bucht mit weißen Strand und erstmals sehen wir die berühmten Iguanas (Legunane) aber auch Pelikane, die roten Krabben u.s.w. Sehr schöne Einstimmung auf die folgenden Tage.

4. Tag: 10. Dez. 2011:
 Galapagos (Insel Isabela)

Tagesausflug mit Schnellboot auf die Insel Isabela – die größte Insel des Archipel. Sehen kleine Haie, riesige Iguanas, Flamingos und (zwar in einer Zucht aber immerhin) die großen Landschildkröten.
Beim Schnorcheln schwimmen neben mir auch noch große Wasserschildkröten umher. Schon ein beeindruckendes Erlebnis.
Am Abend werden wir auf unser „Yachtschiff“ gebracht: Ein Wahnsinn – Luxus pur. 16 Touris, 12 Leute Personal, alles auf Hochglanz, eine schöne Kabine. Ich fühl mich etwas unpassend hier als Rucksacktourist….

5. Tag: 11. Dez. 2011: Galapagos (Insel Floreana)

Wider erwarten sind einige Gleichaltrige an Board. Bereits gestern Abend machten wir uns deshalb zu sechst den Spaß mit dem Wassertaxi in die Hafendisco zu fahren.
Zum Tagesablauf: Frühstücksbuffet, Mittagsbuffet, Abendessen, Snackpausen, 2 Schnorchelgänge täglich und immer wieder interessante Landausflüge.
Sehen Wasserschildkröten, viele rote Krabben, die „Post Office Bay“ und einen Lavatunnel.
Party an Deck am Abend.

6. Tag: 12. Dez. 2011:
 Galapagos (Insel Espanola)

Die Erwartungen sind groß: hört man doch von allen Seiten, dass Espanola ein absolutes Highlight ist. Schon in der Früh besuchen wir einen schneeweißen Traumstand mit einer riesigen Seelöwenkolonie. Türkises Wasser, riesige Meeresschildkröten beim Schnorcheln – was will man mehr.
Nachmittags der Höhepunkt bei einem Landgang mit 1000en Iguanas, Seelöwen, Krabben, Vöglen wie z.b. dem Albatros und vieles mehr. Super Tag.

7. Tag: 13. Dez. 2011: Galapagos (Insel San Cristobal)

Auf San Cristobal endet die 3- tägige Kreuzfahrt. Machen einige interessante Spaziergänge zu Aussichtspunkten, Vogelfelsen und einem schönen Strand und überlegen was die weiteren Tage bringen könnten.


8. Tag: 14. Dez. 2011:
 Galapagos (Insel Santa Cruz)
Mit dem Schnellboot am Morgen zurück auf die Hauptinsel Santa Cruz. Wir fahren mit Autostop zu den berühmten riesigen Landschildkröten ins Inselinnere.
Ein wunderbarer mehrstündiger Spaziergang durch saftig grüne Wiesen- und Buschvegetation. Weniger aufregend vielleicht würden sich nicht alle wenigen Meter Riesenpanzer dahinschleppen. Die Dinger sind wirklich riesig: einige weit über einen Meter. Größere gibt es nirgendwo auf unseren Planeten.

9. Tag: 15. Dez. 2011: Galapagos (Insel Santa Cruz)
Ein gemütlich Tag. Ein weiterer Lavatunel, Besuch der Charles Darwin Research Station (mit „Lonesome George“, das letzte Überbleibsel einer Riesenschidkrötenart und nachmittags Schwimmen und schnorcheln in einem Canyon.

10. Tag: 16. Dez. 2011: Galapagos (Insel Santa Cruz)
Tagesausflug auf North Seymore. Naja – eher ein Reinfall. Alles ein wenig schlecht organisiert. Von der Insel hab ich mir auch mehr erwartet obwohl wir immerhin erstmals die Fragattvögel und Landiguanas gesehen haben. Das Schnorcheln war dann bei 1m Sicht sowieso zum Vergessen.


11. Tag: 17. Dez. 2011:
 Galapagos – Flug Guayaquil – Guaranda
Reisetag: Rückflug ans Festland Ecuadors in die größte Stadt des Landes, Guayaquil. Weiterfahrt am späten Nachmittag hoch rauf in die Berge – Von 0 auf über 2800m, wow! Von den lauen Inselabenden in die feuchtfrische Bergluft.

12. Tag: 18. Dez. 2011:
 Guaranda – Banos
Nach einen kurzen Spaziergang durch das Andenstadterl nehmen wir den Bus über Ambato nach Banos. Die Straße geht nun bis 4100m! rauf – direkt östlich der Chimborazo (immerhin mit 6310m der höchste Berg der Welt gemessen vom Erdmittelpunkt). Aber leider: statt einem tollen Panorama sehen wir nicht viel mehr als eine Nebelwand.
In Banos (zu Deutsch: Bäder) – eine Stat zw. Anden und Amazonasdschungel – geht es mit Mountainbikes die Straße der Wasserfälle entlang runter in die Tropen.

13. Tag: 19. Dez. 2011: Banos – Quilotoa
Da der Name „Banos“ übersetzt „Bäder“ heißt sollten anstandsmässig eine solches Thermalbad besuchen. Wir plantschen im heißen Wasser direkt neben einem Wasserfall. Tolles Ambiente.
Ein Bus bringt uns in die Berge zum berühmten Quilotoa- Krater. Wandern dort die 400 Höhenmeter runter zum See und übernachten am Kraterrand auf über 3800m.

14. Tag: 20. Dez. 2011: Quilotoa – Chugchilán

In der Nacht hat es hier oben durchgeschüttet. Der Morgen war allerdings recht schön. Umrunden 1x den riesigen Quilotoa- Kratersee. Nun zieht für den Rest des Tages Nebel auf. Wir wandern weiter durch traditionelle Dörfer und können uns ausmahlen wie toll die Landschaft bei Sonnenschein ausschauen würde.
Im kleinen Städtchen Chugchilán gibt es am Abend ein Dorffest mit Livemusik, Tanz, Feuerwerk, Osterfeier! und so was Ähnliches wie Glühwein. Komische Mischung 4 Tage vor Weihnachten J


15. Tag: 21. Dez. 2011:
 Chugchilán – Quito
Der heutige Tag ist wettermäßig natürlich um nichts besser. Wandern entlang der Straße nach Sigchos – stoppen ein Auto – wandern weiter – und werden schließlich von einem netten Herren sogar bis Quito! mitgenommen.
Statt der Bergriesen beiderseits der Straße sehen wir nur Nebelwände. Schade. Im Touriviertel von Quito lassen wir den Tag ausklingen.


16. Tag: 22. Dez. 2011:
 Quito
Ein Tag der unsere Pläne durcheinanderbringt: In der Früh fahren wir mit der Gondel rauf auf den „TeleferiQo“ – der Hausberg von Quito. Starten von dort unser Akklimatisationstraining und gehen auf 4700m. Tolle Aussicht auf die Stadt. Wir fühlen uns gut und beschließen gleich einen Bergführer für den Cotopaxi aufzutreiben. Da war aber nichts zu machen. Wir hatten keine Chance hier um die Weihnachtszeit etwas zu organisieren! Was tun??

17. Tag: 23. Dez. 2011: Quito – Otavalo
Neuer Plan: Aus dem Cotopaxi wird nichts. Wir werden somit einige Tage mehr in Kolumbien verbringen. Vormittags Besichtigung der wirklich sehr schönen historischen Altstadt von Quito (Weltkulturerbe). Quito ist für mich ein Highlight – erinnert an La Paz.
Nachmittags geht´s zum Äquator. Zuerst zum Falschen: da steht ein riesiges Denkmal mit einer gelben Linie des vermeintlichen Äquators. Der Richtige ist aber 250m nördlich. Auch dort müssen wir hin – ein Bein auf der Nord- eines auf der Südhalbkugel. Weiters demonstrieren sie uns hier z.b. wie Wasser am Äquator ohne Drall ins Abflussloch stürzt, 1m nördlich gegen und 1m südlich im Uhrzeigersinn. Wer´s glaubt….
Abends Weiterfahrt nach Otovalo.
 
18. Tag: 24. Dez. 2011:
 Otavalo
Weihnachten! Statt Christkindlmarkt gibt´s hier den großen indigenen Markt. Die Stadt verwandelt sich bereits in den frühen Morgenstunden zu einem einzigen Bazar. Es wird so gut wie alles zum Verkauf angeboten: Tiere, Obst und Gemüse, Alltagsartikel, Souvenire, Gewandt. Dazwischen Nützliches zum Essen: Spanferkel, Suppen, Eis, Empanadas, Schnecken und Maden! (haben mir wieder mal sehr gut geschmeckt).
Am Nachmittag Wanderung zu einem Wasserfall und um den Hausberg. Am Abend wartet dann in einem Einheimischenrestaurant ein 4- gängiges Weihnachtsmenü. Lassen den Abend bei Lagerfeier mit anderen im Hostel ausklingen.

19. Tag: 25. Dez. 2011: Otavalo – Pasto (Kolumbien)

Auf nach Kolumbien! Gegen Mittag passieren wir die Grenze und starten gleich mit einer genialen und etwas kuriosen Sehenswürdigkeit: dem kolumbianischen Mariazell – Las Lajas. Eine Wahlfahrtskirche á la Schloss Schwanstein über eine Schlucht gebaut. Viele Pilger heute am Weihnachtsfeiertag – war aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Nachmittags spektakuläre Weiterfahrt durch Canyons und saftig grüne Berghügel nach Pasto.


20. Tag: 26. Dez. 2011:
 Pasto – Popayan
Die spektakuläre Busfahrt geht weiter. 6 Stunden lang geht es hoch über tiefe Schluchten dahin oder runter in tropische Täler. Es ist das typische Kolumbien, wo der Staat noch nicht vollständige Kontrolle über die Guerillas hat. Deshalb überall Militär am Straßenrand, die mit Daumen nach oben die Sicherheit des jeweiligen Straßenabschnitts garantieren. Nachmittags und abends Besuch der lieblichen „weißen Stadt“  Popayan.

21. Tag: 27. Dez. 2011: Popayan – Cali
Ganz in der Früh zeigt sich die Sonne. Deshalb müssen wir für Fotos noch mal um die Stadt spazieren. Weiterfahrt in die 2. größte Stadt Kolumbiens – die Salsametropole Cali. Um dies Zeit findet hier eines der größten Festivals Südamerikas statt: die Cali fair – ein Salsa und Karnevalfest das wir abends natürlich besucht haben. Sonst hat die Stadt nicht allzu viel zu bieten. Wirkt jedenfalls nicht wie eine 3 Mio. Stadt.


22. Tag: 28. Dez. 2011:
 Cali – Salento
Frühmorgens – mit wenig Schlaf – spazieren wir zum Busbahnhof. 3h Busfahrt nach Armenia und rauf in den kleinen entzückenden Ort Salento. Hier befindet sich die s.g. „Zona Cafetera“. Pflichtprogramm: der Besuch einer Kaffeefarm. Sehr interessant. Auch das Ambiente und die Umgebung mit steilen saftig grünen Hügeln überwuchert von Bananenstauden, Bambus, Ananas! und eben Kaffee.

23. Tag: 29. Dez. 2011:
 Valle de Cocora
Der Tag steht ganz im Zeichen des Nationalbaums Kolumbiens – den Wachspalmen.
Mit dem ersten Willy-Jeep gelangen wir ins Valle de Cocor. Und da ragen sie auch schon wie ewig lange Würmer in den Himmel: die wirklich einmal anzusehenden Wachspalmen. 60m werden die Dinger hoch – die größte Palmenart der Welt. Sie wachsen angeblich nur hier. Zu 100en stehen sie unregelmäßig verteilt auf saftig grünen, steilen Bergalmen – dazwischen wie winzig wirkende Kühe. Wir wandern stundenlang herum, durch Dschungelpfade, sehen auch Kolibris und fahren nachmittags weiter nach Medellin.

24. Tag: 30. Dez. 2011:
 Medellin
Ein ganzer Tag in Medellin. Zuerst besorgen wir uns aber ein völlig überteuertes Nachtbusticket nach Cartagena. Und welch eine Überraschung: am Busbahnhof treffen wir Gina – die wir vor fast 6 Jahren auf einem indischen 6000er kennen lernten!! Zufälle gibt´s….
Zu Medellin: einst „Weltstadt der Morde“ – heute eine der sichersten Städte Lateinamerikas. Das Zentrum ist zwar etwas eigenartig aber rundum gibt es herrliche Parkanlagen, viele moderne Sehenswürdigkeiten und – ein Highlight – Gondeln die in die Hügel der Oberstadt führen. Man schwebt wenige Meter über Slums hinweg – gemütlich in der Gondelkabine sitzend.
Der Nachtbus (14h) war dann die Hölle mit viel zu engen Sitzabständen, miesen Rumpelstraßen, eisiger Klimaanlage.

25. + 26. Tag: 31. Dez. 2011 / 1. Jän. 2012: Cartagena
Trotz wenig Schlaf im Bus hat Gerald und mich Cartagena sofort begeistert. Enge Gässchen, farbige Balkone, wunderschöne Kolonialbauten, eine Stadtmauer, Festigungsanlagen und tropisch heiße Temperaturen. An allen Ecken werden Bühnen, Boxen, Stühle, Essens – und Getränkebuden aufgebaut. Die Silvesterparty kann starten.
Und das hatte dann wirklich Flair: in der historischen Altstadt waren die Gässchen voll mit weiß gedeckten Tischen und Stühlen, Buffets, überall in der Stadt Bühnen, Livemusik, auf der Stadtmauer ein Event nach dem Anderen. Die Stimmung war stets in Partylaune aber zu keiner Zeit ausartend (wie bei uns öfter). War ein tolles Fest mit Traum- Kulisse.
Die Stadt hat aber auch noch ein 2. Gesicht: auf einer Halbinsel weit draußen am Meer lässt Miami Beach grüßen: Riesige, weiße Appartementtürme, ein Boulevard und ein ewig langer Strand mit 10.000en (ohne Übertreibung) Badegästen. Das Wasser ist aber fast schon zu warm für eine erhoffte Abkühlung…

27. Tag: 31. 2. Jän. 2012:
 Cartagena – Santa Marta
Heute war Transfertag – die Busfahrt sollte 4h dauern. Wir erreichten Santa Marta nach 7h Fahrt. Deshalb mussten wir hier übernachten und können erst morgen zu einer mehrtägigen Wanderung in den Tayrona- Nationalpark aufbrechen…

28. + 29. Tag: 3. + 4. Jän. 2012: Tayrona – Nationalpark

2 Tage lang im wunderschönen tropischen Küstennationalpark Tayrona. Alles wunderbar – außer dass in der Hauptsaison leider Massen an kolumbianischen Touris dieses schöne Fleckerl überschwemmen. Der Park hat viel zu bieten: v.a. einige Traumstrände mit türkisem Wasser; immer wieder riesige abgelutschte Granitfelsen dazwischen; im Hintergrund saftig gründe Dschungelberge und viele Tiere die man eher hört als sieht. Wir hören z.b. öfter Brüllaffen – sehen dafür Spinnen, Schmetterlinge oder Pelikane.

Am letzten Strand campen wir. Und genau hier, an der letzten Ecke des Parks – mind. 4h zu Fuß durch Dschungel und Sand – gleicht der Campingplatz eher einem Festivalgelände als einer Nationalparkidylle. Die Nacht war trotzdem ruhig. Abgesehen von kurzen tropischen Regenschauern. Am nächsten Tag wandern wir 5h raus – über einen Bergrücken durch schwierigstes Terrain im dichtesten Dschungel. Die Kleidung ist meinen 3 getrunkenen Litern vollgeschwitzt.
Abends Weiterfahrt in die „letzte zivilisierte Stadt“ vor dem Ende: Riohacha.

30. Tag: 5. Jän. 2012: Cabo de la Vela
Komplizierte Weiterfahrt Richtung nördlichsten Punkt Südamerikas. Zuerst checken wir uns in Riohacha ein „colectivo“ – PKW- Fahrgemeinschaft in ein Kaff in der Steppe. Dort geht´s völlig überladen auf der Ladefläche eines Pickups weiter schon ziemlich ans Ende des Kontinents nach Cabo de la Vela.
Dort übernachten wir in Hängematten am Strand. Nachmittags/Abendwanderung durch Kakteenwälder, schöne Steilküsten und pilgern zum Sonnenuntergang zum Leuchtturm hoch über dem karibischen Meer.
Am Abend organisieren wir höchst kompliziert (nur dank Dolmetschung netter Touris) einen 2- Tagestrip nach Punta Gallinas – also ins absolute Nichts…..

31. – 32. Tag: 6. – 7. Jän. 2012: Punta Gallinas
Bereits um 3:30! wird an unseren Hängematten gerüttelt, das Boot startklar gemacht und ab geht´s raus aufs finstere Meer. Nach 4h Fahrt kommen wir in Punta Gallinas an. Ein Wüstencamp – mit Hängematten, Generator, einer kleinen Buschküche und nicht viel mehr – wird bezogen.
2 Tage lang entdecken wir diese wirklich einmalige Welt am nördlichsten Punkt Südamerikas. Eine Halbwüste mit nicht viel außer: Sanddünen, die direkt ins Meer münden; einen Leuchtturm der eben diesen Nordpunkt markiert und immer wieder beeindruckende Lagunenlandschaften. Dazwischen einige Wayuu- Familien mit ihren Lehmhütten, Ziegen und viele viele Kakteen. Sicher ein landschaftliches Highlight Kolumbiens bzw. der Reise. Abends essen wir in unserer Buschküche je 2 Hummer für 10! Euro.

33. Tag: 8. Jän. 2012:
 Punta Gallinas – Taganga – Santa Marta
Rückreisetag. Die lange Tour zurück mit Boot, dann reingestopft in einem Pickup, dann Colectivo, dann Bus und schließlich per Taxi in den Touriort Taganga. Das alles in rekordverdächtigen 10 Stunden. So schnell war wohl noch niemand vom Ende des Kontinents ins Gringodorf Taganga unterwegs. Wir hatten also noch einige Stunden für einen Küstenspaziergang und um uns kulinarisch verwöhnen zu lassen. Nachtbus nach Bukamaranga.


34. Tag: 9. Jän. 2012:
 Bukamaranga – San Gil
Die Nachtbusfahrt war diesmal angenehm. Mit Thomas (ein Steirer – ja, endlich mal ein Landsmann) kurz rein in die Stadt Bukamaranga – die angeblich liebenswürdigste Stadt des Landes. Wieso auch immer der Titel. In der Früh war jedenfalls tote Hose. Weiterfahrt über schöne Pässe und Schluchten nach San Gil – Outdoorparadies Kolumbiens. Rafting, Canyoning, Abseiling und Paragliding gibt´s aber im Outdoorparadies Österreich auch. Somit gas mal einen Wäschewasch- und Rasttag. Abends kleine Party im Hostel.

35. Tag: 10. Jän. 2012:
 Barichara – Tunja
Besuch des bisher schönsten und beeindruckendsten Kolonialstädtchens Kolumbiens: Barichara. Weiße meist einstöckige Kolonialhäuser mit Tonziegeldächern, dazwischen natursteingepflasterte Gassen. Eine Stadt wie im Bilderbuch.
Wir fahren weiter – zuerst in die Kolonialstadt Tunja – eiskalt ist´s hier auf fast 3000m am Abend. Nun bringt uns ein Nachtbus in den Nationalpark El Cocuy. Eine Horrorfahrt – es rumpelt uns 8 Stunden durch wie in einer Waschrumpel. Kein Platz für die Füße, für den Kopf, für nichts. 

36. Tag: 11. Jän. 2012: Nationalpark El Cocuy – 1. Trekkingtag

Völlig K.O. nach dieser Busfahrt kommen wir mit vielleicht 1h Schlaf im Ort El Cocuy an. Das erstbeste Zimmer wird bezogen. Wir müssen ja noch einiges organisieren, Schlafmatten und Kocher ausborgen, Essen einkaufen und uns einen Transport in die Berge organisieren. Außerdem brauchen wir Schlaf. Doch dann will uns jemand günstig am frühen Nachmittag in die Berge mitnehmen. Trotz Schlafmangel checken wir wieder aus(!) und fahren in die Berge bis die Straße unbefahrbar wird. Dann wandern wir noch 2h bis zu einem schön gelegenen Campingplatzerl auf 3900m an einem See mit ersten Blicken auf die Gletscherwelt. 

37. Tag: 12. Jän. 2012: N.P. El Cocuy – 2. Trekkingtag
Bereits im Morgengrauen (vor 6) brechen wir auf. Wir wollen hoch hinauf. Die Höhe macht mir mit leichtem Gepäck keine Schwierigkeiten. Auf 4800m erreichen wir die Schneegrenze. Ab nun schaut der Weg ohne Steigeisen fast unmöglich aus. Wir gehen so weit es ungefährlich ist. Überraschenderweise schaffen wir auch eine kleine Eis- Steilstufe und wandern den spaltenfreien Teil des Gletschers entlang bis zum höchsten Punkt (Pan de Azucar – 5250m).
Es ist unglaublich – genial! Verschiedenste tiefblaue Lagunen tief unten – ein Eisturm als gleich hoher Nebengipfel und ein Felsklotz (Pulpito – 4949m) wie eine aufgestellte Streichholzschachtel inmitten des Gletscherweiß perfektionieren das Panorama.

Vor lauter Euphorie vergessen wir unsere mangelnde Akklimatisierung – wir halten uns stundenlang auf über 5000m auf. Rasch runter. Im Camp merk ich dann die Höhe mit Kopfweh und flauem Magen.
Nachmittags machen wir noch 3h mit schwerem Gepäck über einen Pass und campen idyllisch an einem Bach inmitten von Riesenlobelien.
Gehzeit:     10h10min.       2250 HM                                Höhe max.: 5250;           min.: 3940


38. Tag: 13. Jän. 2012:
 N.P. El Cocuy – 3. Trekkingtag
Wieder Start im Morgengrauen. Leider spielte das Wetter heut nicht mit. Nach 1 1/2h stehen wir am Ufer der Laguna de la Plaza. Nur sehen wir sie nicht! Dichter Nebel – dann auch noch Nieselregen – zerstören den Traum vom angeblich schönsten Platz der kolumbianischen Anden. Wir warten sicher 4h auf besseres Wetter. Der Nebel lichtet sich tatsächlich halbwegs aber Sonne ist heute Mangelware.
Gegen Mittag beginnen wir mit dem extremen Aufstieg zu einem Pass (4800m); wenn man das Ding der Extreme so nennen kann:. Eine fast 500 Höhenmeter lange, 45 Grad steile Geröll- und Steinrinne – mit dem schweren Gepäck – bei der Höhe. Brutal und Kräfte zerrend aber lohnend: Auf der anderen Seite eine tiefblaue Lagunenlandschaft in kahler Umgebung mit gletscherbedeckten Gipfeln im Hintergrund. Nachtplatz auf 4300m. Wieder eisige Nacht mit leichten Minusgraden.
Gehzeit:     12h00min.       1265 HM                                Höhe max.: 4760;           min.: 4100
39. Tag: 14. Jän. 2012: N.P. El Cocuy – 4. Trekkingtag

Abstieg vom Zeltplatz in 2h bis zur Straßenverbindung. Es gibt eigentlich nur 1 Möglichkeit zurück ins Dorf El Cocuy zu kommen: mit dem Lechero – dem Milchwagen. Der lädt neben viel viel Milch auch gestrandete Trekker auf. Ein Erlebnis: Wir stehen 4h auf der Ladefläche und beobachten die tägliche Arbeit von Milchbauern und Lieferanten. Alle wenigen Meter sind Milchkannen versteckt oder werden gebracht – in Fässer und Kannen geschüttet – Hygiene spielt da weniger eine Rolle – und schließlich waren es ca. 1700! Liter.
Gemütlicher Nachmittag: Duschen, essen, schlafen

40. Tag: 15. Jän. 2012: El Cocuy – Villa de Leyva
Um 4:30 (gähn) fährt der Bus ab – über Tunja nach Villa de Leyva. Insgesamt 11h. In den ersten 3h machen wir genau 16km Luftlinie. Es geht wirklich über alle Gipfel, Täler, Pässe. Aber Busfahrten in Kolumbien sind zwar unbequem aber trotzdem ein landschaftliches Erlebnis.
Heute sehen wir zuerst Gletschergipfel am Horizont, es geht sogleich durch tropische Vegetation. Wenig später runter in eine von Kakteen bewachsene Halbwüste mit 100en Aasgeiern. Sogleich rollen wir über saftig grüne Almen auf 3500m. Kolumbien – Land der vielfältigsten Landschaft!
Villa de Leyva ist ein wahr gewordenes koloniales Märchen. Eine weitere Bilderbuchstadt auf der Reise. Das wissen auch andere – der Ort lebt ausschließlich vom Tourismus und wirkt wie ein Museum.

41. Tag: 16. Jän. 2012: Villa de Leyva – Bogota
Frühmorgens schauen wir uns die steppenartige Umgebung von Villa de Leyva an. Die Gegend ist berühmt für Fossilienfunde – u.a. ein fast komplett erhaltender Kronosaurus (7m lang – nur der Schwanz fehlt).
Und am Nachmittag waren wir bereits in Bogota und haben Zeit mit der Gondel auf den Monserrate (Aussichtsberg) zu fahren und das Lichtermeer der 8 Mio. – Stadt zu genießen. 

42. Tag: 17. Jän. 2012: Bogota + Heimflug
Letzter Tag: Sightseeing, Souvenirs einkaufen und – wichtig – viel viel essen! Wir lassen uns einfach nochmals durch die Straßen treiben und verbrauchen die restlichen kolumbianischen Pesos.
Am Abend Flug Bogota – Madrid – Wien wo mich Tina + ?? abholte.

Tagebuch Rennradreise “Grandes Alpes” 2012

 

T A G E B U C H   R E N N R A D TO U R   G R A N D E S    A L P E S    2 0 1 21. Tag, 24. Juni 2012: Feldkirch – Furkapass (mit Oberalppass) 

208km               10h 30 Fahrzeit               3270 Höhenmeter

Wir 3 (Steve, Andi und ich) starten um 5:15 in Mieders im Stubaital, wo wir alle bei Tinas Eltern übernachtet haben. Rollen bequem die alte Brenner- Bundesstraße zum Innsbrucker Hauptbahnhof -> in Feldkirch beginnt somit eigentlich die Rennradreise „erweiterte Grandes Alpes“.

Durchqueren Liechtenstein. Am Rheintalradweg nach Chur. Nach den ziemlich flachen Stunden wartet der 1. Anstieg zum Oberalppass. Das Zusatzgewicht am Rad dürfte ich (hoffentlich) noch nicht gewohnt sein. War jedenfalls eine Quälerei dieser erste „leichte“ Pass.
Kalt oben – runter nach Andermatt, und da es morgen Dauerregen geben soll bleibt uns wohl nichts übrig als in der Abenddämmerung auch noch den wunderschönen Furkapass zu befahren.
Im allerletzten Licht machen wir unsere Fotos und rollen runter bis zu einer ersten Campingmöglichkeit. In der Dunkelheit übersehe ich ein Schlagloch -> vorne und hinten Platten. Notzeltplatz in Notausfahrt!!

2. Tag, 25. Juni 2012:  Furkapass – Thonon

208km               8h 45 Fahrzeit               575 Höhenmeter

Wie erwartet: Regen in der Früh. Start somit erst um 9. In der Nässe geht es durchwegs bergab. Erst in Brig hört der Regen auf. Doch ab nun hatten wir Gegenwind bis zum Genfersee. Und das teilweise fast orkanartig über mehr als 100km Länge. Am See geht´s dann wunderbar entlang über die französische Grenze bis Thonon.

Heute trifft sich´s gut, dass Steve uns bereits zuvor eine „Unterkunft“ über Couchsurfing gecheckt hat. Wohnen in einer Villa Kunterbunt mit netten Franzosen als Gastgeber, heißer Dusche und viel Lasagne J (+ Rotwein).

 

3. Tag, 26. Juni 2012: Thonon – Flumet 

(Les Gets, Col de la Colomiere, Col des Aravis)

126km                                                 7h 30 Fahrzeit                                      2770 Höhenmeter

Herrlich auf der Matratze geschlafen. Trödelten ziemlich in der Früh mit Einkauf und Frühstück. Starteten somit erst kurz vor 12(!) von Thonon bzw. mit der eigentlichen „Route des Grandes Alpes“. Das „Einfahren“ ist beendet – es geht also los!!

1. Pass (Les Gets) easy und wenig attraktiv. Der 2. (Colombiere) zieht sich extrem steil ewig rauf. Oben waren wir alle fertig wie selten. Der Aravis dann am Abend war wieder nett mit angenehmer Steigung über Blumen- und Almwiesen. Runter nach Flumet über eine spektakuläre Steinbrücke. Bei der Zeltplatzsuche gab es Unstimmigkeiten.

 

4. Tag, 27. Juni 2012: Flumet – Bonneval sur Arc 

(Col de Saisies, Cormet de Roselend, Col d´Iseran)

135 km                                                9h 00 Fahrzeit                                                 3940 Höhenmeter

Ein Mördertag! Bereits bei Traumwetter frühstückten wir bei der Kapelle am Col de Saisies. Kaum im Tal geht´s natürlich gleich wieder rauf. Diesmal zum Roselend, einem der schönsten Alpenpässe. Der tiefblaue Stausee am Weg wird zum Waschen und Abkühlen genutzt. Die restlichen Höhenmeter rauf zur Passhöhe auf 1967m waren ein absoluter Traum.

Unser 3. Tagespass – der höchste Alpenpass – ist zweigeteilt. Die 1. Hälfte rauf zum Schiort Val d´Isere waren fürchterlich. Viele wahnsinnige Autofahrer, landschaftlich wenig schön und gefährliche Tunnel machen den Teilabschnitt für mich zum Unattraktivsten der ganzen „Grandes Alpes“. Bereits in Val d´Isere war ich durch die Hitze etwas angeschlagen.
Nach einer Jausenpause beginnt der viel schönere 2. Abschnitt. Hart erkämpft erreichen wir spät am Tag den Col d´Iseran, mit 2770m der höchste Alpenpass! Die Abfahrt geht vorbei an meterlangen Schneewänden. Könnte echt schön sein, würde ich noch was sehen. Im letzten Tageslicht erreichen wir eine schöne Blumenwiese zum Zelten.

 

5. Tag, 28. Juni 2012: Bonneval sur Arc – Briancon 

(Col du Telegraph, Col de Galibier, Col Lautaret) 

136 km                                                7h 45 Fahrzeit                                                 2420 Höhenmeter

Sehr frisch in der Früh. Es geht für 50! Km mal mehr mal weniger steil bergab in die Stadt St. Michele. Steve fährt für 20 km irrtümlich (?) auf der Autobahn! Als wir wieder vereint sind geht´s in der Mittagshitze rauf zum „Vorpass“ Telegraph und nach kurzer Abfahrt in der noch größeren Hitze rauf zum Col de Galibier, einem der berühmtesten Alpenpässe und Tour de France- Klassiker.

Die Hitze bringt mich fast um. Schleppe mich mühsam nach oben. Immer wieder schmeiß ich mich in den Gebirgsbach neben der Straße. Die letzten 8km waren steil, heiß und hart. Trotzdem ein Wahnsinnserlebnis. Ein landschaftlicher und sportlicher Höhepunkt. Zig Radkollegen oben auf der Passhöhe genießen ebenfalls das besondere Flair. Steve hat arge Knieprobleme und braucht über 1h länger.
Pizza essen in einem noblen Restaurant in Briancon und weiter bis zu einer 1. Möglichkeit zum Zelten.

 

6. Tag, 29. Juni 2012:: Briancon – Guillaumes 
(Col de Izuard, Col de Vars, Col de la Cayolle)

156 km                                                9h 00 Fahrzeit                                      3250 Höhenmeter

Da waren´s nur noch 2. Steve gibt wegen seinen extremen Knieschmerzen auf und wird schauen, dass er irgendwie nach Italien und zum Zug kommt. Somit bringen Andi und ich die Tour (hoffentlich) zu ende.

Beim 1. Tagespass (Izuard) ist das Highlight die Abfahrt durch eine wüstenähnliche Mondlandschaft. Nun überschneidet sich für 22 km bis Gulliestre unsere Route mit der Vorjahresroute Graz-Barca.
Es ist verdammt heiß – Mittagshitze. Rauf zum Col de Vars. Nicht der Allerschönste aber doch lieblich. Im Talort Barcelonette machten wir eine Ausgiebige Mittagspause mit Crepes u.sw.
Am Nachmittag wartet dann ein Traumpass auf uns: der Cayolle. Von Anfang bis Ende abwechslungsreich und schön! Zuerst ein Canyon entlang, weiter über einsame Bergstraßen. Zum Schluss im Abendlicht über Steinbrücken, Wasserfälle und Blumenwiesen. Am Pass war ich dann doch etwas fertig! Auch die Abfahrt führt durch eine herrliche Schlucht.


7. Tag, 30.
 Juni 2012: Guillaumes – Col de Castillon 
(Col de Valberg, Col de la Couillole, Col Saint-Martin, Col de Turini)

142 km                                                9h 15 Fahrzeit                                                 3610 Höhenmeter

Frühes Aufstehen. Es geht (natürlich) gleich rauf zum 1. Pass. (Valberg). Kurz runter zum netten Kaff Beuil und kurz rauf zum wenig attraktiven Col de la Couillole.

Aber dann die unerwartet spektakuläre Abfahrt: historische Dörfer hoch über Klippen und eine farbenfrohe Schlucht. Wohl eine der schönsten Abfahrten der Tour.
Der 3. Pass (Saint-Martin) zieht sich lange in angenehmer Steigung aber in der Mittagshitze rauf. Oben hässliche Hochhausbauten.
Es ist noch lange nicht zu Ende: der 4. Pass des Tages ist der Turini – weniger bekannt bei Radfahrern als bei Ralleyfahrern. Und das merken wir: etliche Wahnsinnige rasen ohne Rücksicht auf Verluste hoch. Zahlreiche Kreuze erinnern an umgemähte Radler! Wir überlebten mit Schock! Dafür war die Abfahrt auch diesmal ein Wahnsinn.
Pause im mediterranen Städtchen Sospel. Und dann fahren wir rauf zum 5. Pass heute (wow) – dem Col de Castillon. Das letzte Hinderniss vor dem Mittelmeer. Übernachten praktisch auf der Passhöhe mit Mittelmeersicht (nochmals wow).

 

8. Tag, 1. Juli 2012: Col de Castillon – Menton – Ventimiglia

60 km   (16 bis Menton)                       3h 45 Fahrzeit                                                 450 Höhenmeter

Das Finale: eigentlich müssen wir nur noch runter rollen zum Mittelmeer. Und bereits zum Frühstück erreichen wir das Ende der „Tour de Grandes Alpes“ – Menton: eine wunderschöne Stadt. Und weil wir ja schon in der Nähe sind machen wir dann auch noch einen Ausflug nach Monaco. Kurzer Badestopp im Meer. Und da ja heut Abend EM- Finale Italien-Spanien ist rollen auch noch rüber nach Italien und gönnen uns in Ventimiglia einen Campingplatz, ein gutes Abendessen und den Kick. Siegesfeiern gab´s bekanntlich keine: Italien wurde 4:0 abgeschossen!

9. Tag, 2. Juli 2012: Ventimiglia – Barbaresco

186 km                                                            9h 45 Fahrzeit                                                  2415 Höhenmeter

Früh weg. Es geht stetig bergauf durch eine schöne Schlucht mit weniger Verkehr als vermutet. Wahrscheinlich schlafen noch alle nach dem EM-Finale! Wir passieren die französische Grenze und es steigt weiter zum letzten Ort: Tende. Es wird steiler. Einige Serpentinen zum Aufwärmen rauf zum Scheiteltunnel durch den Grenzpass: Hier dürfen und wollen wir nicht durch.

Der abenteuerliche Teil beginnt: die 48 Kehren rauf zum Col de Tende: wild, eng nebeneinander und über die Hälfte der Höhenmeter unasphaltiert. Somit schieben wir 1h rauf zum Pass.
Oben sind wir wieder in Italien, rollen ewig lang runter bis in die Poebene, durch die hässliche Stadt Cuneo und weiter bis wir endlich die Weinberge von Barolo erreichen. Nun wird die Landschaft interessant. Abendessen in Alba. Schlafplatz im Weinort Barbaresco ohne Zelt unter freiem Himmel neben einer Kirche.

 

10. Tag, 3. Juli 2012: Barbaresco – Piacenza 

181 km                                                7h 45 Fahrzeit                                                 455 Höhenmeter

Was für ein öder Tag. Einzig die ersten 10 Fahrminuten durch die Weinberge waren interessant. Es geht geradewegs durch die hässliche, stinkende und staubige Poebene. Besichtigten die Städte Tortona und am Abend Piacenza (also doch ein – kulturelles – Highlight am Abend). Übernachtung kurz außerhalb von Piacenza in einer gelsenverseuchten Sumpfwiese.

 

11. Tag, 4. Juli 2012: Piacenca – Gradasee – Trient 

215 km                                                9h 45 Fahrzeit                                                 1600 Höhenmeter

Sehr früh im Morgengrauen weg. Von Gelsen durchstochen wollten wir nur flüchten. Frühstückspause somit erst in der auch sehr schönen Stadt Chemona. Weiter nun über kleine Gassen (schon viel angenehmer) bis Salo am Gardasee.

Es folgt der gefährlichste Abschnitt der Reise: entlang der steilen Gardasee- Westuferstraße mit geschätzten 50 (oft finsteren) Tunnel nach Riva.
Unerwartet viele Höhenmeter dann bis Trient. Viele lästige Anstiege so dass wir nach einer Regenpause erst in der Dunkelheit Trient erreicht haben. Notübernachtung in(!) einem Weingarten im Stadtgebiet.

 

12. Tag, 5. Juli 2012: Trient – Stubaital

174 km                                                8h 00 Fahrzeit                                                 1450 Höhenmeter

Finale. Noch früher weg. Es war noch dunkel. Immer parallel zur Autobahn mal Radweg, dann Gassen nach Bozen. Frühstückspause. Weiter den schon bekannten Luxusradweg nach Brixen. Hier bog Andi ab nach Osttirol. Ab nun war ich die letzten Stunden allein unterwegs. In Sterzing letzte Jausenpause auf einer Parkbank. Durch die Anstrengung der Tour bin ich gleich im Sitzen für 1/2h eingeschlafen. Also noch 1x motivieren… auf den letzten Pass – den Brenner.

Und dann nur noch rollen lassen entlang runter, runter, runter ins Stubaital zu Tinas Eltern. Etwas angeschlagen aber glücklich und doch ein wenig stolz hab ich mich verwöhnen lassen!! Es war sicher nicht die letzte Tour dieser Art!!

Z U S A M M E N F A S S U N G :

 

Gesamtkilometer:                                           1927            (161 pro Tag) / 12

Gesamthöhenmeter:                                     26210           (2184 pro Tag)

“Grandes Alpes” – Gesamtkilomter:                 711             (142 pro Tag) / 5

“Grandes Alpes” – Gesamthöhenmeter         16000           (3200 pro Tag)

Gesamte Fahrzeit:                                        101 h            (4 Tage 5h)

Weiteste Tagesetappe:                                215 km         (Tag 11)

Längste Fahrzeit pro Tag:                            10 h 30         (Tag 1)

Meisten Tageshöhenmeter:                          3940             (Tag 4)

Maximalgeschwindigkeit:                              68 km/h

Höchster Punkt:                                            2770 m

Tiefster Punkt:                                              0 m

Fahrradplatten:                                             2 (zugleich vorne und hinten :-)

Nächte im Zelt:                                              8 x (weil 2x ohne Zelt unter freiem Himmel)

„Wildes Campen“:                                         9 x

Weitere Fakten:                                            6 Länder und 21 Pässe

Äthiopien 2009

Äthiopien -
18. Oktober bis 14. November 2009
Heuer geht meine Abenteuerreise ins für mich doch noch relativ wenig bereisten Afrika. Genauer gesagt in eines der spannendsten Länder des “schwarzen Kontinents” – nach Äthiopien.
Wieder einmal begleitete mich meine Cousine Martina.
Diesmal wäre es fast unmöglich gewesen in dieser kurzen Zeit alles Sehenswerte nur auf dem Landweg zu bereisen. Deshalb nützten wir das gut ausgebaute Inlandsflugnetz und “gönnten” uns insgesamt 4 Inlandsflüge. Aber auch die verbleibenden Straßenkilometer waren hart genug.

Erstes Ziel war die Stadt Bahir Dar bzw. die Gegend um den Tanasee. Die Inseln und Halbinseln des Tanasees beherbergen etwa 20 klösterliche Kirchen – die Innenräume alle bunt bemalt. Der See ist aber auch Ursprung des “Blauen Nils”. Nach einer einstündigen Busfahrt bestaunen wir die Nilwasserfälle.Weiter geht´s nach Lalibela: für mich das kulturelle Highlight Nordäthiopiens. Hier findet man insgesamt 11 aus einer einzigen Felsmasse bis 15m in die Tiefe gemeißelte Kirchen. Sicher eines der “Wunder Afrikas”.

Über die Stadt Gonder gelangen wir in die Simien Mountains. In den folgenden Tagen bewandern wir diese saftig grüne Berglandschaft mit spektakulären Klippen, einer tollen und seltenen (teilweise endemischen) Tier- und Pflanzenwelt und mit farbenfrohen Lichtspielen.

Nach dem Besuch der Stadt Axum warten noch – als nervliche Mutprobe – die Felsenkirchen von Tigrai 100e Meter hoch in den Sandsteinklippen.

Den Süden Äthiopiens bereisen Martina und ich nun mit einem Jeep – anders macht es hier wohl fast keinen Sinn.
Wir fahren zuerst einmal zu den Rift Valley Seen mit einer unglaublich tollen Tierwelt – Krokodile, Nilpferde und die unterschiedlichsten Wasservögel lassen sich leicht beobachten.
Ein kurzer Abstecher bringt uns rauf hoch über die Seen – zur Heimat der Dorze.

Und nun geht es aber immer weiter runter ins Süd- Omo Tal – ins “Museum der Völker”. Und das ist es eigentlich auch: hier erlebe ich Afrika wie es einmal war oder wie es sich viele noch immer vorstellen. Seit Jahrhunderten wird hier noch immer die gleiche Kultur gelebt.

Wir besuchen das Volk der Hamer, der Mursi, der Tsemi, der Bana und der Karo.

Der Osten Äthiopiens ist Heimat des angeblich besten Kaffees der Welt. In der muslimischen Stadt Harar finden wir farbenfrohe Märkte, die größte Moscheedichte der Welt und weiß getünchte Häuser -
ein bisschen Griechenland, ein bisschen Arabien.
Harar ist aber v.a. für ein ganz besonderes Spektakel bekannt: die tägliche, abendliche Fütterung von Hyänen vor den Stadttoren.

Meine persönlichen Highlights der Reise:

  • Die Felsenkirchen von Lalibela
  • Die Simien Mountains mit ihren beeindruckenden Schluchten und Tieren
  • Die Tierwelt in den und um die Rift Valley Seen
  • Die Völker im Süden (v.a. die Mursi und die Hamer)
  • Die vielen Einzigartigkeiten des Landes (Herkunft des Kaffees, eigener Kalender, eigene Uhrzeit, die “Wiege der Menschheit” u.v.m.

Nepal – Khumbu 2010

Nepal – 23.Oktober bis  
21.November 2010
Nach 6 Jahren Pause ging es nun wieder in mein eigentliches Lieblings-Reiseland – ins Land der höchsten Berge, nach NEPAL.
Diesmal begleitete mich Gerald. Von Kathmandu gehts per Bus nach Jiri. Ab nun waren wir fast 4 Wochen ausschließlich zu Fuß unterwegs.Es geht über 5 Pässe und 11000 Höhenmeter von Jiri bis Namche Bazar.
Dann weiter ins Gokyo-Tal mit Gokyo Ri (5357m) und Knobby View (5553m)
Über den Cho La nach Gorak Shep mit Abstecher zum Kala Patthar (5675m) und ins Everest Basislager. Das Highlight war gegen Ende der Trekkingtour die Besteigung des Island Peak (6189m)  am 13.11.2010.

Nach einem spektakulären Flug von Lukla mit unerwarteter Zwischenlandung im Terrai nach Kathmandu verbrachten wir die restlichen Tage mit Mästen, Shoppen und Sightseeing in Kathmandu. Mehr dazu siehe Tagebuch:

T A G E B U C H   S O L U   K H U M B U   –   M T .   E V E R E S T    2 0 1 0

1. + 2. Tag: 23. + 24. Okt. 2010: Flug Wien – Moskau – Delhi – Kathmandu.

Start 7:30 in Graz. Mit Geralds Eltern (WoMo) nach Wien.

Langweilige 6h in Moskau, bessere 6him neuen Delhi-Flughafen.
Kathmandu wie eh und je; einfach herrlich. Haben vieles organisiert: den Island Peak Trek us.w.
2 Nächte in 10 US$- Hotel nahe Thamel verbracht.
Durbar Square, Funpark Kathmandu, typisches Nepali-Essen u.s.w. waren die Highlights.


1. Trekkingtag, 26. Okt. 2010:
 Anreise Kathmandu – Jiri (Bus) -> Shivalaya
Um 5:30 Abfahrt Busbahnhof KTM. War eigentlich eine komfortable Fahrt. 2. Hälfte am Dach mit Traum- Aussicht.
Nach 8h45min Ankunft in Jiri. Leider kein Bus nach Shivalaya. Deshalb beginnt nun (15:00) der Everest-Trek.

Charakter: Steil bergauf durch Wälder, Terrassen und Streusiedlungen. Dann bergab nach Shivalaya.
Gehzeit:     2h50min.         480 HM                                      Höhe max.: 2386;       min.: 1778


2. Trekkingtag, 27. Okt. 2010:
 Shivalaya – Sete

Harter Tag! Aber traumhaft schön.
Steiler Anstieg. Start: 6:25. Frühstück nach 1h. Weiter zum 2. Pass (Deorali: 2500m). Dort Chai-Pause.
Schöner Abstieg nach und durch Bhandar. Weiter runter immer tiefer bis Kenja (1640m) – Mittagspause.
Extrem steil, lang und schweißtreibend teilweise wie ein Stiegenhaus bergauf (900HM).

-> Anstrengend, hat sich aber ausgezahlt.

Gehzeit:     11h15min.       2025 HM        4995 Kcal           Höhe max.: 2661;       min.: 1582
3. Trekkingtag, 28. Okt. 2010: Sete – Pikey Peak „Basecamp“

Wieder Frühstück nach 1h. – Traumaussicht!
Weiter – dann rechts abgebogen Richtung Pikey Peak. Der Weg wird immer schöner! Märchenwälder, Enzianwiesen, Ausblicke auf die höchsten Himalayagipfel in der Ferne.
Mittagspause (Nudeln) mit Logenplatz.
Weiter runter zur Einsattelung -> Quartier bezogen („Homestay bei Familien ohen viel Englischkenntnisse -> sehr einfach.
Dann rauf zum Pikey Peak: einer der besten Aussichtspunkte meines Lebens:
Der gesamte Himalaya vor mir + Mt. Everest, Lhotse, hinten der Makalu….
Abstieg – Gerald nicht unten -> wieder 170 HM rauf -> Sonnenuntergang genossen.
Zum Abendessen gabs Dal Bhat mit der Familie.

è Einer der schönsten Trekkingtage überhaupt!

Gehzeit:     11h10min.       2120 HM        4131 Kcal           Höhe max.: 4060;       min.: 2575
4. Trekkingtag, 29. Okt. 2010: Pikey Peak “Basecamp”  – Phurteng

Unruhige Nacht – wahrscheinlich wegen der Höhe.
Um 4:50 aufgebrochen – um 6:00 am Gipfel.
Es war schön, hier oben den Sonnenaufgang zu genießen, aber der Untergang war doch um einiges besser!
Zurück zum Basecamp – weiter, entlang eines Grates. War leider der falsche Weg. Kein Weg passte – 100e Tierpfade die uns verwirrten.
Endlich: nach einer Dschungel- und Dickichttour stoßen wir auf den richtigen Weg.
Weiter nach Junbesi – Keksvorrat aufgestockt und in vollem Tempo in der Abenddämmerung nach Phurteng, wo der Tag wieder mal mit Dal Bhat ausklingt.

Gehzeit:     11h10min.       2120 HM        4131 Kcal           Höhe max.: 4060;       min.: 2575
5. Trekkingtag, 30. Okt. 2010: Phurteng – Bupsa

Erstmals Frühstücken in Lodge. Schöner Panoramaweg.
Pause in Ringmu mit einem Apfelkuchen. Nun Aufstieg (szsg. Römerweg im Dschungel) zum Taksindu La (3070m) – dann steiler Abstieg ewig runter auf 1550m – dann über die 109m lange Hängebrücke über den Dudh Kosi.
Und nun geht´s los: quälender Aufstieg, schwül.

Endlich und ziemlich fertig in Bupsa angekommen.

Gehzeit:     10h30min.       1460 HM        2862 Kcal           Höhe max.: 3047;       min.: 1571
6. Trekkingtag, 31. Okt. 2010: Bupsa – Benkar

Champa Porridge in der Früh. Stetig bergauf durch dichten Wald. Schöne Strecke.
Immer wieder Tiefblicke auf die Schlucht + Reisterrassen unter uns. Der Weg führt auf fast 2900m. Dann wird’s eben und schließlich (wie könnte es anders sein) wieder steil runter nach Sorke.
1.Blick auf den Lukla- Flughafen. Enormer Flugbetrieb. Schöne Mittagspause an einem Fluss -> baden.
Leichter Regen am Nachmittag. Und dann vereint sich unser Weg mit dem „Trekkinghighway“. Plötzlich ist alles luxuriöser: Riesenlodges, sogar Billardbars, Reggaebars u.s.w.
Trekkten in die Dämmerung hinein.

Gehzeit:     10h30min.       1560 HM        2839 Kcal           Höhe max.: 2860;       min.: 2285


7. Trekkingtag, 1. Nov. 2010:
 Benkar – Namche Bazar

Es hat aufgehört zu regnen. Start nach dem Frühstück (Ricepudding). Wechselhaftes Wetter. Einige eindrucksvolle Hängebrücken. V.a. bei der Letzten vor Namche (tolles Fotomotiv) staut es sich gewaltig (Touris wegen Fotos, Yaks wegen herumstehender Touris, Porter wegen stehender Yaks usw).

Nach 400 schweißtreibenden HM waren wir in Namche.

Hier gibt´s wieder alles – s.g. ein „Mini-Thamel“. Quartierten uns im Tibet Hotel ein (200 NPR fürs Zimmer). Erledigten Hamstereinkäufe (Müsli, Keks usw.)
Pizza- und Yaksteak essen; Internet

Gehzeit:     3h45min.         865 HM          2051 Kcal           Höhe max.: 3457;       min.: 2755

JIRI-NAMCHE:           Gehzeit:          63h                 10185 HM          23491 Kcal     

 


8. Trekkingtag, 2. Nov. 2010:
 Namche Bazar – Mong

Gemütlicher Vormittag: Letzte Erledigungen in Namche – Einkäufe usw.
Mit 3 Kg mehr im Rucksack rauf zu einer traumhaften Hochebene.
Von Khunde über Khumjung bis nach Mong (3973m).
Immer wieder fantastische Blicke auf die Ama Dablam, Thamserku u.a.
Schöne Kochstelle oberhalb von Mong (über 4000m) – Tee + Instant Noodles.

Gehzeit:     4h20min.         910 HM          1163 Kcal           Höhe max.: 4062;       min.: 3453
9. Trekkingtag, 3. Nov. 2010: Mong – Macherma

Nach dem Frühstück Abstieg (400 HM) – dann steiler Aufstieg im Wald.
Schöne Wasserfälle am Weg. Traumhafter Mittagsplatz (Tee + Porridge) mit Blick vom Thamserku bis Cho Oyu.

Um 14:00 Ankunft in Macherma. Nach eiskalter Wäsche im Bach Infonachmittag über die Höhenkrankheit.
Abstieg in noch nicht ganz fertigen Yeti Inn.

Gehzeit:     6h50min.         1030 HM                                    Höhe max.: 4420;       min.: 3600

 

10. Trekkingtag, 4. Nov. 2010: Macherma – Gokyo (+ Gokyo Ri)

Erstmals -2°C draußen / 2°C drinnen. Nach Frühstück Aufbruch (3h) nach Gokyo – steil bergauf zum 1. (Mini)See, dann zum 2. Und beim wunderbaren 3. Liegt Gokyo.
Cho Oyu Lodge – Wäsche waschen. Gerald hat eine Magenverstimmung. Deshalb bin ich allein am Nachmittag in 1h 15min. zum Gokyo Ri.
Leider etwas spät – keine Everestsicht wegen zu dichter Nachmittagsbewölkung.
War 3 ½ h oben – trotzdem wunderbare Aussicht.

Gehzeit:     9h55min.         1180 HM                                    Höhe max.: 5357;       min.: 4408

11. Trekkingtag, 5. Nov. 2010: Gokyo <-> Knobby View (Ngozumpa Tse)

Um 6:20 gings los. Eisig kalt bis die Sonnenstrahlen wärmten.
Vor uns leuchtet die Cho Oyu- Wand. Vorbei am 4. See – dann langer Hatsch zum 5. See.

Von hier bzw. nach dem 5. See Aufstieg (1h 30min) zum Knobby View auf 5553m.
Erst der hintere Gipfel ist der Richtige.
Unglaubliches 360°-Panorama wie von mir noch nie zuvor erlebt:
Cho Oyu, Everest, Lhotse Makalu, 100e weiter Gipfel, der Gletscher,

die Seen…1A!!
Blieben 3h (11:00 bis 14:00) – kochten Tee + Porridge.
Ewig langer Rückweg.

Gehzeit:     11h20min.       1100 HM                                    Höhe max.: 5520;       min.: 4740
12. Trekkingtag, 6. Nov. 2010: Gokyo <-> 2x Gokyo Ri

Heute war gleich 2x der Gokyo Ri dran.
Am Vormittag bei Prachtwetter. Dann nochmals am Abend (starteten um 15:30 unten, waren um 16:40 oben).

Ein unglaublicher Sonnenuntergang: Vier 8000er leuchteten im Abendrot!

Dazwischen: baden und kochen im/am See.

Gehzeit:     10h00min.       1435 HM                                    Höhe max.: 5340;       min.: 4653


13. Trekkingtag, 7. Nov. 2010:
 Gokyo – Dzongla

Start 6:00. Kerosin bei einer Lodge nachgefüllt.
Im Morgenlicht geht’s über den Gletscher. Frühstück in Thangnak.

Dann rauf zum Cho La. Zuerst gemütlich entlang eines halb gefrorenen Flusses. Nach kurzer Bergabphase geht’s aber 350 HM über Felsbrocken und Schutt steil rauf zum Pass. Über Gletscher – dann steil runter. Mittagspause an einem See.
Gleich danach die 2 Ladges in Dzongla. Für mich die schlechteste Nacht: eiskalt + dormetory.

Gehzeit:     9h05min.         1035 HM        2403 Kcal           Höhe max.: 5336;       min.: 4670
14. Trekkingtag, 8. Nov. 2010: Dzongla – Gorak Shep (+ Kala Pattar)

Eisige Nacht – komischerweise hab ich in keiner Nacht so gefroren wie diesmal. Trotz Socken + Innenschlafsack, aber ohne Decken.
Auch der Start war eisig – immer hoch über dem Tal.
Schließlich erreichten wir den „Touristenhighway“. Weiter mit schöner Aussicht auf die Wand im Norden mit Pumori – entlang des Khumbu- Bachs nach Lobuche (Frühstück). Wirkt sehr ungemütlich hier.

 

Weiter in 1h45min nach Grok Shep. Der Schluß des Weges anstrengend über Gletscher(schutt).
Nachmittags rauf zum Kala Patthar (in 52min.) und fantastischen Sonnenuntergang erlebt.
Gehzeit:     11h30min.       1120 HM                                    Höhe max.: 5510;       min.: 4760
15. Trekkingtag, 9. Nov. 2010: Gorak Shep – Lobuche (Everest Basecamp)

Langes Ausschlafen. Dann gegen 9 Aufbruch zum Everest Basecamp. In 1 1/2h waren wir dort. 2 Zelt waren zu sehen – waren aber keine auf den Everest, sondern für einen anderen Berg (6000er).

Gingen weiter zum Beginn des Khumbu- Eisfalls. Faszinierend.
Zurück nach Gorak Shep – Mittagspause. Weiter nach Lobuche ins „Above the clouds“.

Gehzeit:     7h15min.         575 HM                                      Höhe max.: 5351;       min.: 4971
16. Trekkingtag, 10. Nov. 2010: Lobuche – Chukhung

Die Lodge war mies, die Nacht eine Katastrophe. Bauchzwicken und fast schlaflos.
Geschwächt gings zuerstüber den Gletscher, dann zuerst gemütlich, dann immer steiler rauf zum Kongma La. Ein Argentinier begleitete uns.
Am Pass war ich am Ende meiner Kräfte: Müde, schwach, fiebrig. Wir soll ich da nur wieder runter kommen?

Trotzdem: Traum-Aussicht in beide Richtungen: Manaslu im Hintergrund, Seen unter uns.

Weiter, langer Abstieg bis Chukhung.
Geschwächt ins Bett – Abendessen –zurück ins Bett. Abstieg in „Sunrise eco guest house“.

Gehzeit:     7h25min.         850 HM           3153Kcal           Höhe max.: 5533;       min.: 4766

17. Trekkingtag, 11. Nov. 2010: Chukhung (Chukhung Ri)

Langes Ausschlafen. Noch immer schwach aber fühle mich doch besser. Wäsche waschen im eiskalten Fluss.
Start (langsam) rauf zum Chukhung Ri (2h).
Tolle Aussicht oben: die gesamte Lhotse Südwand, Makalu, Island Peak, Pumori und sogar der Cho Oyu. Nachmittags Sonne vor der Lodge genossen.
Gehzeit:     4h25min.         845 HM                                      Höhe max.: 5542;       min.: 4737


18. Trekkingtag, 12. Nov. 2010:
 Chukhung – Island Peak Basecamp
Gerald hatte die ganze Nacht Magenprobleme -> unsicher ob wir heute gehen oder nicht.
Gingen dann aber doch zum B.C.
Ausrüstungscheck + Ausborgen der fehlenden Ausrüstung. Vormittags Aufstieg zum B.C.
In 2 ¼ h mit unserem guide Purban. Seiltraining nach Mittagessen.

Gehzeit:     2h25min.                                 420 HM              Höhe max.: 5102;       min.: 4737
19. Trekkingtag, 13. Nov. 2010: Island Peak – Chukhung

Es ist soweit: kurz nach 0:30 wurden wir von der Crew geweckt.
Tee, dann Porridge, dann Toast und ein „Lunchpaket“ – Brot mit Käse + 1 Ei.
Um 2:00 waren wir startklar. Mit 2 Schichten Hosen, Plastikschuhen, Eispickel, Steigeisen + Klettergurt geht’s im Stirnlampenlicht zuerst 700 HM über Geröll, teilweise steile Felspassagen bergauf – sofern man das im Stirnlampenlicht schon beim Raufgehen erkannte.

Waren ziemlich zügig unterwegs. Starteten als eine der letzten Gruppen, überholten aber viele „Grüppchen“.
Auf fast 5800m erreichten wir den s.g. „Cramponpoint“  – also der Steigeisenpunkt.
Klettergurt anlegen, Steigeisen anlegen, 3er Seilschaft gründen und ab geht’s ins ewige Eis.

Schön langsam wird´s hell.

Und dann die schwersten 200 HM: Die Steilwand rauf mit einer Seilklemme -> hier Sonnenaufgang.
Und dann noch der Gipfelgrat – ausgesetzt und spektakulär zum Gipfel.

Waren 1 ganze Stunde am Gipfel. Direkt gegenüber der Lhotse- Südwand. Im Hintergrund der Makalu, die Ama Dablam, Mera Peak und das Chukhung- Tal.
Ein Traum !!!

Hatte diesmal überhaupt keine Probleme beim Aufstieg.

Beim Abstieg sieht man erst die gewaltigen Gletscherspalten und Eislandschaft.
Um 12:00 Ankunft im Basislager -> 2h Rast, Essen, lästige 2h Abstieg nach Chukhung.

-> Der schönste meiner mittlerweile drei 6000er. Spektakulärster Aufstieg und Aussichten!!!
Gehzeit:     14h50min.                               1335 HM            Höhe max.: 6130;       min.: 4726

20. Trekkingtag, 14. Nov. 2010: Chukhung – Khumjung
Langes Ausschlafen. Um 9:00 Start zum langen Abstieg über Dingboche, Pengboche und Tengboche. Kurzer Stop im berühmten Tengboche. Besuchten die Gompa (ohne Zeremonie, die ausfiel).
Dann noch langer Abstieg, dann Aufstieg bis Khumjung.
Ankunft bereits in der Dunkelheit (18:00) – nette Lodge – einzigen Touris.

Gehzeit:     8h30min. brutto                      810 HM              Höhe max.: 4694        min.: 3288

21. Trekkingtag, 15. Nov. 2010: Khumjung – Phakting

Morgens Besuch der Gompa von Khumjung (Incl. Yeti-Skalp).
Khumjung präsentierte sich wieder als gemütliche, sonnige Stadt mit Traum- Umgebung. Weiter zum 4*-  Everest View Hotel. Mittagessen mit Blick auf den Everest.

Runter nach Namche. Dort kurz verwöhnen lassen mit Internet u.s.w.
Weiter runter in 3h nach Phakting.

Gehzeit:     7h30min.                                 520 HM              Höhe max.: 3870;       min.: 2660
22. Trekkingtag, 16. Nov. 2010: Phakting – Lukla

Nach einem gemütlichen Morgen genauso gemütlich den letzten Trekkingtag in Angriff genommen. Pause mit kochen und Wäsche waschen am Fluss.
Weiter rauf nach Lukla -> Trekkingende.

Im schönen Hotel Mera einquartiert. Besuch des spektakulären Flughafens. Sahen einen Flugstart und zig Helikopter.

Dann mussten wir 2h warten, bis das Büro für die Rückbestätigung des Flugs aufsperrte -> Chaos pur.
Neue Abflugzeit morgen: 8:30

Super – Essen in Lodge.

Gehzeit:     3h45min.                                 445 HM              Höhe max.: 2872;       min.: 2453

Zusammenfassung Trekkingtour:
22 Trekkingtage: 23795 Höhenmeter


26. Tag, 17. Nov. 2010:
 Lukla – Kathmandu

Was für ein Tag! Stressvoll, abenteuerlich, ärgerlich und erfreulich.
Aufregend, erlebnisreich und trotzdem bitte nie mehr wieder!

Die Vorsituation:
Wer ein Flugticket für heute hat, fliegt zuerst, sonst wird man ganz hinten in der 1000-Passagiereliste angereiht. Pro Maschine passen vielleicht 18 Leute rein.
Gestern warteten wir 2h um unser Ticket mit neuer Abflugszeit zu versehen (8:30 statt 7:00). Seit 5 Tagen fast kein Flug -> Lukla ist überfüllt mit frustrierten Touris.
Was tun? Raustrekken kostet mind. 6 Tage!

Wolkenloser Himmel in der Früh. Alles scheint für uns zu laufen. Sind schon um 6:30 am Flughafen. Beim Schalter schon ~ 30 Leute vor uns. Aber es tut sich stundenlang nichts.
Die Schlange wird immer länger. Wetter noch immer perfekt.
Gerüchte kommen auf: dichter Nebel in Kathmandu -> deshalb keine Starterlaubnis für kleine Flieger (wegen Sichtflug).

Immer wieder werden aber Reisegruppen zum Security-Check geführt – hmm.. ein korrupter Haufen. Die ersten 4 Maschinen aus KTM landen. Passagiere steigen ein (nur Reisegruppen) und fliegen.

Noch immer kein Schalter offen. Gerüchte besagen, daß KTM wieder komplett geschlossen ist. Man hört von Heliflügen (verzweifelte Touris), die 900 US$ zahl(t)en.
Nichts geht für 2 weitere Stunden.
Im Tara- Office sagen sie: 50:50, daß heute noch was geht. Na super!

Und dann: Ein Angestellter sperrt den Check-in Schalter auf. Wird natürlich bestürmt. Gleich wird ihm ein Packerl mit etwa 15 tickets (wieder Gruppenreisen) hingehalten.
Irgendwann nimmt er mit viel Zittern unsere 2 Tickets… und gibt uns Boardingpässe.
Puhhh – Gepäck eingecheckt – runter zum Security- Check. Vor dem Gate gewartet. Und noch immer zittern:
Nur sehr selten kommt ein Flieger. Nie ist unser Flieger dabei. Wetterbedingt wird’s immer kritischer – Nebel zieht auf. Endlich: unser Flieger.
Und weiter geht das Abenteuer: Laut, tieffliegend aber wahnsinnig interessant. Leider viele Wolken. Nach 20 min. plötzlich die Landung – aber nicht in KTM sondern auf einem Acker in den Tropen.
Zitat Pilot: „30 min. break – too much trafic in Kathmandu“.‘ Wahnsinn!!

Und dann endlich: endlich Landung in KTM. In Thamel den Abend gemütlich mit Dal Bat und einigen Everest-Bieren ausklingen lassen.

Meldung: am 18.11. nur 2! Flugzeuge aus Lukla. Alles soll verzweifelt sein.

27. Tag, 18. Nov. 2010: Kathmandu

Ausgiebiges Frühstück in Bakery. Dann Sightseeingprogramm:

Pashupatinath (2 Verbrennungen gesehen) und weiter nach Bodnath (das tibetische Zentrum in KTM).
Am Nachmittag/ Abend war shoppen in thamel angesagt.
Abendessen im Steakhouse bzw. Nachspeise in unserer Lieblings“Weizen Bakery“.

28. Tag, 19. Nov. 2010:
 Kathmandu

Wieder Weizen-Bakery – Frühstück.
Zu Fuß zum Kathmandu-Durbar Square und weiter zur Freak- Street.
Mit Taxi nach Patan. Den wunderbaren Durbar- Square dort abfotografiert. 2x auf Rooftop- terrasse.

Weiter mit dem Taxi nach Swayambhunath – dem Monkey-tempel: ein hoch über der Stadt gelegener buddhistischer Tempel mit Hindu- Einflüssen.
Tempel im Abendlicht genossen. Etwas ähnlich wie gestern Bodnath mit dem Auge Buddhas.
Scharen von Affen um die Anlage (daher der Name).
Last Supper bei unserem Lieblingslokal auf der Dachterrasse bei Dal Bhat + Everest.

29. + 30. Tag: 20. + 21. Nov. 2010: Kathmandu – Flug – Delhi Moskau – Wien -> Graz

Letzter Vormittag in Thamel -> Shopping was das Zeug hält: Schlafsack, Tasche, Hauben u.s.w.
Mit dem Taxi zum Flughafen. Flug KTM -> Delhi. Dort 1 Nacht am Boden im Schlafsack verbracht. Nicht so schlimm im neuen Flughafen.
Weiter Delhi – Moskau über Hindukush und Aralsee.
Wieder 7h warten. Weiterflug Wien.
Herbert hat uns abgeholt. Spätnachts in Graz.