Reisen

Ecuador – Galapagos und Kolumbien 2011-12

Ecuador mit Galapagos und Kolumbien

1. Tag: 7. Dez. 2011: Flug Wien – Madrid – Bogota

Mit Zug am Vortag nach Wien. Übernachtung bei Thomas S.
Um 5:00 ! bereits Richtung Flughafen unterwegs.
Lange Anreise nach S-Amerika über Madrid in die Hauptstadt Kolumbiens nach Bagota.

2. Tag: 8. Dez. 2011: Bogota – Flug nach Quito

Der ganze Tag gehört Bogota. In der Früh zeigt sich die Stadt doch noch eher unattraktiv: komische Gestalten und wenig Treiben. Aber mehr und mehr gefällt mir die 8 Millionen Metropole. Highlights: das Goldmuseum und Aussichtspunkt am Hausberg auf das Häusermeer 1500 Stufen unter uns. Abend Weiterflug nach Quito.

3. Tag: 9. Dez. 2011: Flug Quito – Guayaquil – Baltra (Galapagos)

Wieder fliegen L. Aber diesmal ans Ende der Welt. Auf die Inselwelt der Galapagos.
Landen in Baltra und fahren auf die Insel Santa Cruz. Nun sollten die weiteren Tage geplant werden: wir buchen uns für morgen Abend eine 3- Tages Tour um 500$.
Nachmittags wandern wir zur Totuga Bay. Eine Traum- Bucht mit weißen Strand und erstmals sehen wir die berühmten Iguanas (Legunane) aber auch Pelikane, die roten Krabben u.s.w. Sehr schöne Einstimmung auf die folgenden Tage.

4. Tag: 10. Dez. 2011:
 Galapagos (Insel Isabela)

Tagesausflug mit Schnellboot auf die Insel Isabela – die größte Insel des Archipel. Sehen kleine Haie, riesige Iguanas, Flamingos und (zwar in einer Zucht aber immerhin) die großen Landschildkröten.
Beim Schnorcheln schwimmen neben mir auch noch große Wasserschildkröten umher. Schon ein beeindruckendes Erlebnis.
Am Abend werden wir auf unser „Yachtschiff“ gebracht: Ein Wahnsinn – Luxus pur. 16 Touris, 12 Leute Personal, alles auf Hochglanz, eine schöne Kabine. Ich fühl mich etwas unpassend hier als Rucksacktourist….

5. Tag: 11. Dez. 2011: Galapagos (Insel Floreana)

Wider erwarten sind einige Gleichaltrige an Board. Bereits gestern Abend machten wir uns deshalb zu sechst den Spaß mit dem Wassertaxi in die Hafendisco zu fahren.
Zum Tagesablauf: Frühstücksbuffet, Mittagsbuffet, Abendessen, Snackpausen, 2 Schnorchelgänge täglich und immer wieder interessante Landausflüge.
Sehen Wasserschildkröten, viele rote Krabben, die „Post Office Bay“ und einen Lavatunnel.
Party an Deck am Abend.

6. Tag: 12. Dez. 2011:
 Galapagos (Insel Espanola)

Die Erwartungen sind groß: hört man doch von allen Seiten, dass Espanola ein absolutes Highlight ist. Schon in der Früh besuchen wir einen schneeweißen Traumstand mit einer riesigen Seelöwenkolonie. Türkises Wasser, riesige Meeresschildkröten beim Schnorcheln – was will man mehr.
Nachmittags der Höhepunkt bei einem Landgang mit 1000en Iguanas, Seelöwen, Krabben, Vöglen wie z.b. dem Albatros und vieles mehr. Super Tag.

7. Tag: 13. Dez. 2011: Galapagos (Insel San Cristobal)

Auf San Cristobal endet die 3- tägige Kreuzfahrt. Machen einige interessante Spaziergänge zu Aussichtspunkten, Vogelfelsen und einem schönen Strand und überlegen was die weiteren Tage bringen könnten.


8. Tag: 14. Dez. 2011:
 Galapagos (Insel Santa Cruz)
Mit dem Schnellboot am Morgen zurück auf die Hauptinsel Santa Cruz. Wir fahren mit Autostop zu den berühmten riesigen Landschildkröten ins Inselinnere.
Ein wunderbarer mehrstündiger Spaziergang durch saftig grüne Wiesen- und Buschvegetation. Weniger aufregend vielleicht würden sich nicht alle wenigen Meter Riesenpanzer dahinschleppen. Die Dinger sind wirklich riesig: einige weit über einen Meter. Größere gibt es nirgendwo auf unseren Planeten.

9. Tag: 15. Dez. 2011: Galapagos (Insel Santa Cruz)
Ein gemütlich Tag. Ein weiterer Lavatunel, Besuch der Charles Darwin Research Station (mit „Lonesome George“, das letzte Überbleibsel einer Riesenschidkrötenart und nachmittags Schwimmen und schnorcheln in einem Canyon.

10. Tag: 16. Dez. 2011: Galapagos (Insel Santa Cruz)
Tagesausflug auf North Seymore. Naja – eher ein Reinfall. Alles ein wenig schlecht organisiert. Von der Insel hab ich mir auch mehr erwartet obwohl wir immerhin erstmals die Fragattvögel und Landiguanas gesehen haben. Das Schnorcheln war dann bei 1m Sicht sowieso zum Vergessen.


11. Tag: 17. Dez. 2011:
 Galapagos – Flug Guayaquil – Guaranda
Reisetag: Rückflug ans Festland Ecuadors in die größte Stadt des Landes, Guayaquil. Weiterfahrt am späten Nachmittag hoch rauf in die Berge – Von 0 auf über 2800m, wow! Von den lauen Inselabenden in die feuchtfrische Bergluft.

12. Tag: 18. Dez. 2011:
 Guaranda – Banos
Nach einen kurzen Spaziergang durch das Andenstadterl nehmen wir den Bus über Ambato nach Banos. Die Straße geht nun bis 4100m! rauf – direkt östlich der Chimborazo (immerhin mit 6310m der höchste Berg der Welt gemessen vom Erdmittelpunkt). Aber leider: statt einem tollen Panorama sehen wir nicht viel mehr als eine Nebelwand.
In Banos (zu Deutsch: Bäder) – eine Stat zw. Anden und Amazonasdschungel – geht es mit Mountainbikes die Straße der Wasserfälle entlang runter in die Tropen.

13. Tag: 19. Dez. 2011: Banos – Quilotoa
Da der Name „Banos“ übersetzt „Bäder“ heißt sollten anstandsmässig eine solches Thermalbad besuchen. Wir plantschen im heißen Wasser direkt neben einem Wasserfall. Tolles Ambiente.
Ein Bus bringt uns in die Berge zum berühmten Quilotoa- Krater. Wandern dort die 400 Höhenmeter runter zum See und übernachten am Kraterrand auf über 3800m.

14. Tag: 20. Dez. 2011: Quilotoa – Chugchilán

In der Nacht hat es hier oben durchgeschüttet. Der Morgen war allerdings recht schön. Umrunden 1x den riesigen Quilotoa- Kratersee. Nun zieht für den Rest des Tages Nebel auf. Wir wandern weiter durch traditionelle Dörfer und können uns ausmahlen wie toll die Landschaft bei Sonnenschein ausschauen würde.
Im kleinen Städtchen Chugchilán gibt es am Abend ein Dorffest mit Livemusik, Tanz, Feuerwerk, Osterfeier! und so was Ähnliches wie Glühwein. Komische Mischung 4 Tage vor Weihnachten J


15. Tag: 21. Dez. 2011:
 Chugchilán – Quito
Der heutige Tag ist wettermäßig natürlich um nichts besser. Wandern entlang der Straße nach Sigchos – stoppen ein Auto – wandern weiter – und werden schließlich von einem netten Herren sogar bis Quito! mitgenommen.
Statt der Bergriesen beiderseits der Straße sehen wir nur Nebelwände. Schade. Im Touriviertel von Quito lassen wir den Tag ausklingen.


16. Tag: 22. Dez. 2011:
 Quito
Ein Tag der unsere Pläne durcheinanderbringt: In der Früh fahren wir mit der Gondel rauf auf den „TeleferiQo“ – der Hausberg von Quito. Starten von dort unser Akklimatisationstraining und gehen auf 4700m. Tolle Aussicht auf die Stadt. Wir fühlen uns gut und beschließen gleich einen Bergführer für den Cotopaxi aufzutreiben. Da war aber nichts zu machen. Wir hatten keine Chance hier um die Weihnachtszeit etwas zu organisieren! Was tun??

17. Tag: 23. Dez. 2011: Quito – Otavalo
Neuer Plan: Aus dem Cotopaxi wird nichts. Wir werden somit einige Tage mehr in Kolumbien verbringen. Vormittags Besichtigung der wirklich sehr schönen historischen Altstadt von Quito (Weltkulturerbe). Quito ist für mich ein Highlight – erinnert an La Paz.
Nachmittags geht´s zum Äquator. Zuerst zum Falschen: da steht ein riesiges Denkmal mit einer gelben Linie des vermeintlichen Äquators. Der Richtige ist aber 250m nördlich. Auch dort müssen wir hin – ein Bein auf der Nord- eines auf der Südhalbkugel. Weiters demonstrieren sie uns hier z.b. wie Wasser am Äquator ohne Drall ins Abflussloch stürzt, 1m nördlich gegen und 1m südlich im Uhrzeigersinn. Wer´s glaubt….
Abends Weiterfahrt nach Otovalo.
 
18. Tag: 24. Dez. 2011:
 Otavalo
Weihnachten! Statt Christkindlmarkt gibt´s hier den großen indigenen Markt. Die Stadt verwandelt sich bereits in den frühen Morgenstunden zu einem einzigen Bazar. Es wird so gut wie alles zum Verkauf angeboten: Tiere, Obst und Gemüse, Alltagsartikel, Souvenire, Gewandt. Dazwischen Nützliches zum Essen: Spanferkel, Suppen, Eis, Empanadas, Schnecken und Maden! (haben mir wieder mal sehr gut geschmeckt).
Am Nachmittag Wanderung zu einem Wasserfall und um den Hausberg. Am Abend wartet dann in einem Einheimischenrestaurant ein 4- gängiges Weihnachtsmenü. Lassen den Abend bei Lagerfeier mit anderen im Hostel ausklingen.

19. Tag: 25. Dez. 2011: Otavalo – Pasto (Kolumbien)

Auf nach Kolumbien! Gegen Mittag passieren wir die Grenze und starten gleich mit einer genialen und etwas kuriosen Sehenswürdigkeit: dem kolumbianischen Mariazell – Las Lajas. Eine Wahlfahrtskirche á la Schloss Schwanstein über eine Schlucht gebaut. Viele Pilger heute am Weihnachtsfeiertag – war aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Nachmittags spektakuläre Weiterfahrt durch Canyons und saftig grüne Berghügel nach Pasto.


20. Tag: 26. Dez. 2011:
 Pasto – Popayan
Die spektakuläre Busfahrt geht weiter. 6 Stunden lang geht es hoch über tiefe Schluchten dahin oder runter in tropische Täler. Es ist das typische Kolumbien, wo der Staat noch nicht vollständige Kontrolle über die Guerillas hat. Deshalb überall Militär am Straßenrand, die mit Daumen nach oben die Sicherheit des jeweiligen Straßenabschnitts garantieren. Nachmittags und abends Besuch der lieblichen „weißen Stadt“  Popayan.

21. Tag: 27. Dez. 2011: Popayan – Cali
Ganz in der Früh zeigt sich die Sonne. Deshalb müssen wir für Fotos noch mal um die Stadt spazieren. Weiterfahrt in die 2. größte Stadt Kolumbiens – die Salsametropole Cali. Um dies Zeit findet hier eines der größten Festivals Südamerikas statt: die Cali fair – ein Salsa und Karnevalfest das wir abends natürlich besucht haben. Sonst hat die Stadt nicht allzu viel zu bieten. Wirkt jedenfalls nicht wie eine 3 Mio. Stadt.


22. Tag: 28. Dez. 2011:
 Cali – Salento
Frühmorgens – mit wenig Schlaf – spazieren wir zum Busbahnhof. 3h Busfahrt nach Armenia und rauf in den kleinen entzückenden Ort Salento. Hier befindet sich die s.g. „Zona Cafetera“. Pflichtprogramm: der Besuch einer Kaffeefarm. Sehr interessant. Auch das Ambiente und die Umgebung mit steilen saftig grünen Hügeln überwuchert von Bananenstauden, Bambus, Ananas! und eben Kaffee.

23. Tag: 29. Dez. 2011:
 Valle de Cocora
Der Tag steht ganz im Zeichen des Nationalbaums Kolumbiens – den Wachspalmen.
Mit dem ersten Willy-Jeep gelangen wir ins Valle de Cocor. Und da ragen sie auch schon wie ewig lange Würmer in den Himmel: die wirklich einmal anzusehenden Wachspalmen. 60m werden die Dinger hoch – die größte Palmenart der Welt. Sie wachsen angeblich nur hier. Zu 100en stehen sie unregelmäßig verteilt auf saftig grünen, steilen Bergalmen – dazwischen wie winzig wirkende Kühe. Wir wandern stundenlang herum, durch Dschungelpfade, sehen auch Kolibris und fahren nachmittags weiter nach Medellin.

24. Tag: 30. Dez. 2011:
 Medellin
Ein ganzer Tag in Medellin. Zuerst besorgen wir uns aber ein völlig überteuertes Nachtbusticket nach Cartagena. Und welch eine Überraschung: am Busbahnhof treffen wir Gina – die wir vor fast 6 Jahren auf einem indischen 6000er kennen lernten!! Zufälle gibt´s….
Zu Medellin: einst „Weltstadt der Morde“ – heute eine der sichersten Städte Lateinamerikas. Das Zentrum ist zwar etwas eigenartig aber rundum gibt es herrliche Parkanlagen, viele moderne Sehenswürdigkeiten und – ein Highlight – Gondeln die in die Hügel der Oberstadt führen. Man schwebt wenige Meter über Slums hinweg – gemütlich in der Gondelkabine sitzend.
Der Nachtbus (14h) war dann die Hölle mit viel zu engen Sitzabständen, miesen Rumpelstraßen, eisiger Klimaanlage.

25. + 26. Tag: 31. Dez. 2011 / 1. Jän. 2012: Cartagena
Trotz wenig Schlaf im Bus hat Gerald und mich Cartagena sofort begeistert. Enge Gässchen, farbige Balkone, wunderschöne Kolonialbauten, eine Stadtmauer, Festigungsanlagen und tropisch heiße Temperaturen. An allen Ecken werden Bühnen, Boxen, Stühle, Essens – und Getränkebuden aufgebaut. Die Silvesterparty kann starten.
Und das hatte dann wirklich Flair: in der historischen Altstadt waren die Gässchen voll mit weiß gedeckten Tischen und Stühlen, Buffets, überall in der Stadt Bühnen, Livemusik, auf der Stadtmauer ein Event nach dem Anderen. Die Stimmung war stets in Partylaune aber zu keiner Zeit ausartend (wie bei uns öfter). War ein tolles Fest mit Traum- Kulisse.
Die Stadt hat aber auch noch ein 2. Gesicht: auf einer Halbinsel weit draußen am Meer lässt Miami Beach grüßen: Riesige, weiße Appartementtürme, ein Boulevard und ein ewig langer Strand mit 10.000en (ohne Übertreibung) Badegästen. Das Wasser ist aber fast schon zu warm für eine erhoffte Abkühlung…

27. Tag: 31. 2. Jän. 2012:
 Cartagena – Santa Marta
Heute war Transfertag – die Busfahrt sollte 4h dauern. Wir erreichten Santa Marta nach 7h Fahrt. Deshalb mussten wir hier übernachten und können erst morgen zu einer mehrtägigen Wanderung in den Tayrona- Nationalpark aufbrechen…

28. + 29. Tag: 3. + 4. Jän. 2012: Tayrona – Nationalpark

2 Tage lang im wunderschönen tropischen Küstennationalpark Tayrona. Alles wunderbar – außer dass in der Hauptsaison leider Massen an kolumbianischen Touris dieses schöne Fleckerl überschwemmen. Der Park hat viel zu bieten: v.a. einige Traumstrände mit türkisem Wasser; immer wieder riesige abgelutschte Granitfelsen dazwischen; im Hintergrund saftig gründe Dschungelberge und viele Tiere die man eher hört als sieht. Wir hören z.b. öfter Brüllaffen – sehen dafür Spinnen, Schmetterlinge oder Pelikane.

Am letzten Strand campen wir. Und genau hier, an der letzten Ecke des Parks – mind. 4h zu Fuß durch Dschungel und Sand – gleicht der Campingplatz eher einem Festivalgelände als einer Nationalparkidylle. Die Nacht war trotzdem ruhig. Abgesehen von kurzen tropischen Regenschauern. Am nächsten Tag wandern wir 5h raus – über einen Bergrücken durch schwierigstes Terrain im dichtesten Dschungel. Die Kleidung ist meinen 3 getrunkenen Litern vollgeschwitzt.
Abends Weiterfahrt in die „letzte zivilisierte Stadt“ vor dem Ende: Riohacha.

30. Tag: 5. Jän. 2012: Cabo de la Vela
Komplizierte Weiterfahrt Richtung nördlichsten Punkt Südamerikas. Zuerst checken wir uns in Riohacha ein „colectivo“ – PKW- Fahrgemeinschaft in ein Kaff in der Steppe. Dort geht´s völlig überladen auf der Ladefläche eines Pickups weiter schon ziemlich ans Ende des Kontinents nach Cabo de la Vela.
Dort übernachten wir in Hängematten am Strand. Nachmittags/Abendwanderung durch Kakteenwälder, schöne Steilküsten und pilgern zum Sonnenuntergang zum Leuchtturm hoch über dem karibischen Meer.
Am Abend organisieren wir höchst kompliziert (nur dank Dolmetschung netter Touris) einen 2- Tagestrip nach Punta Gallinas – also ins absolute Nichts…..

31. – 32. Tag: 6. – 7. Jän. 2012: Punta Gallinas
Bereits um 3:30! wird an unseren Hängematten gerüttelt, das Boot startklar gemacht und ab geht´s raus aufs finstere Meer. Nach 4h Fahrt kommen wir in Punta Gallinas an. Ein Wüstencamp – mit Hängematten, Generator, einer kleinen Buschküche und nicht viel mehr – wird bezogen.
2 Tage lang entdecken wir diese wirklich einmalige Welt am nördlichsten Punkt Südamerikas. Eine Halbwüste mit nicht viel außer: Sanddünen, die direkt ins Meer münden; einen Leuchtturm der eben diesen Nordpunkt markiert und immer wieder beeindruckende Lagunenlandschaften. Dazwischen einige Wayuu- Familien mit ihren Lehmhütten, Ziegen und viele viele Kakteen. Sicher ein landschaftliches Highlight Kolumbiens bzw. der Reise. Abends essen wir in unserer Buschküche je 2 Hummer für 10! Euro.

33. Tag: 8. Jän. 2012:
 Punta Gallinas – Taganga – Santa Marta
Rückreisetag. Die lange Tour zurück mit Boot, dann reingestopft in einem Pickup, dann Colectivo, dann Bus und schließlich per Taxi in den Touriort Taganga. Das alles in rekordverdächtigen 10 Stunden. So schnell war wohl noch niemand vom Ende des Kontinents ins Gringodorf Taganga unterwegs. Wir hatten also noch einige Stunden für einen Küstenspaziergang und um uns kulinarisch verwöhnen zu lassen. Nachtbus nach Bukamaranga.


34. Tag: 9. Jän. 2012:
 Bukamaranga – San Gil
Die Nachtbusfahrt war diesmal angenehm. Mit Thomas (ein Steirer – ja, endlich mal ein Landsmann) kurz rein in die Stadt Bukamaranga – die angeblich liebenswürdigste Stadt des Landes. Wieso auch immer der Titel. In der Früh war jedenfalls tote Hose. Weiterfahrt über schöne Pässe und Schluchten nach San Gil – Outdoorparadies Kolumbiens. Rafting, Canyoning, Abseiling und Paragliding gibt´s aber im Outdoorparadies Österreich auch. Somit gas mal einen Wäschewasch- und Rasttag. Abends kleine Party im Hostel.

35. Tag: 10. Jän. 2012:
 Barichara – Tunja
Besuch des bisher schönsten und beeindruckendsten Kolonialstädtchens Kolumbiens: Barichara. Weiße meist einstöckige Kolonialhäuser mit Tonziegeldächern, dazwischen natursteingepflasterte Gassen. Eine Stadt wie im Bilderbuch.
Wir fahren weiter – zuerst in die Kolonialstadt Tunja – eiskalt ist´s hier auf fast 3000m am Abend. Nun bringt uns ein Nachtbus in den Nationalpark El Cocuy. Eine Horrorfahrt – es rumpelt uns 8 Stunden durch wie in einer Waschrumpel. Kein Platz für die Füße, für den Kopf, für nichts. 

36. Tag: 11. Jän. 2012: Nationalpark El Cocuy – 1. Trekkingtag

Völlig K.O. nach dieser Busfahrt kommen wir mit vielleicht 1h Schlaf im Ort El Cocuy an. Das erstbeste Zimmer wird bezogen. Wir müssen ja noch einiges organisieren, Schlafmatten und Kocher ausborgen, Essen einkaufen und uns einen Transport in die Berge organisieren. Außerdem brauchen wir Schlaf. Doch dann will uns jemand günstig am frühen Nachmittag in die Berge mitnehmen. Trotz Schlafmangel checken wir wieder aus(!) und fahren in die Berge bis die Straße unbefahrbar wird. Dann wandern wir noch 2h bis zu einem schön gelegenen Campingplatzerl auf 3900m an einem See mit ersten Blicken auf die Gletscherwelt. 

37. Tag: 12. Jän. 2012: N.P. El Cocuy – 2. Trekkingtag
Bereits im Morgengrauen (vor 6) brechen wir auf. Wir wollen hoch hinauf. Die Höhe macht mir mit leichtem Gepäck keine Schwierigkeiten. Auf 4800m erreichen wir die Schneegrenze. Ab nun schaut der Weg ohne Steigeisen fast unmöglich aus. Wir gehen so weit es ungefährlich ist. Überraschenderweise schaffen wir auch eine kleine Eis- Steilstufe und wandern den spaltenfreien Teil des Gletschers entlang bis zum höchsten Punkt (Pan de Azucar – 5250m).
Es ist unglaublich – genial! Verschiedenste tiefblaue Lagunen tief unten – ein Eisturm als gleich hoher Nebengipfel und ein Felsklotz (Pulpito – 4949m) wie eine aufgestellte Streichholzschachtel inmitten des Gletscherweiß perfektionieren das Panorama.

Vor lauter Euphorie vergessen wir unsere mangelnde Akklimatisierung – wir halten uns stundenlang auf über 5000m auf. Rasch runter. Im Camp merk ich dann die Höhe mit Kopfweh und flauem Magen.
Nachmittags machen wir noch 3h mit schwerem Gepäck über einen Pass und campen idyllisch an einem Bach inmitten von Riesenlobelien.
Gehzeit:     10h10min.       2250 HM                                Höhe max.: 5250;           min.: 3940


38. Tag: 13. Jän. 2012:
 N.P. El Cocuy – 3. Trekkingtag
Wieder Start im Morgengrauen. Leider spielte das Wetter heut nicht mit. Nach 1 1/2h stehen wir am Ufer der Laguna de la Plaza. Nur sehen wir sie nicht! Dichter Nebel – dann auch noch Nieselregen – zerstören den Traum vom angeblich schönsten Platz der kolumbianischen Anden. Wir warten sicher 4h auf besseres Wetter. Der Nebel lichtet sich tatsächlich halbwegs aber Sonne ist heute Mangelware.
Gegen Mittag beginnen wir mit dem extremen Aufstieg zu einem Pass (4800m); wenn man das Ding der Extreme so nennen kann:. Eine fast 500 Höhenmeter lange, 45 Grad steile Geröll- und Steinrinne – mit dem schweren Gepäck – bei der Höhe. Brutal und Kräfte zerrend aber lohnend: Auf der anderen Seite eine tiefblaue Lagunenlandschaft in kahler Umgebung mit gletscherbedeckten Gipfeln im Hintergrund. Nachtplatz auf 4300m. Wieder eisige Nacht mit leichten Minusgraden.
Gehzeit:     12h00min.       1265 HM                                Höhe max.: 4760;           min.: 4100
39. Tag: 14. Jän. 2012: N.P. El Cocuy – 4. Trekkingtag

Abstieg vom Zeltplatz in 2h bis zur Straßenverbindung. Es gibt eigentlich nur 1 Möglichkeit zurück ins Dorf El Cocuy zu kommen: mit dem Lechero – dem Milchwagen. Der lädt neben viel viel Milch auch gestrandete Trekker auf. Ein Erlebnis: Wir stehen 4h auf der Ladefläche und beobachten die tägliche Arbeit von Milchbauern und Lieferanten. Alle wenigen Meter sind Milchkannen versteckt oder werden gebracht – in Fässer und Kannen geschüttet – Hygiene spielt da weniger eine Rolle – und schließlich waren es ca. 1700! Liter.
Gemütlicher Nachmittag: Duschen, essen, schlafen

40. Tag: 15. Jän. 2012: El Cocuy – Villa de Leyva
Um 4:30 (gähn) fährt der Bus ab – über Tunja nach Villa de Leyva. Insgesamt 11h. In den ersten 3h machen wir genau 16km Luftlinie. Es geht wirklich über alle Gipfel, Täler, Pässe. Aber Busfahrten in Kolumbien sind zwar unbequem aber trotzdem ein landschaftliches Erlebnis.
Heute sehen wir zuerst Gletschergipfel am Horizont, es geht sogleich durch tropische Vegetation. Wenig später runter in eine von Kakteen bewachsene Halbwüste mit 100en Aasgeiern. Sogleich rollen wir über saftig grüne Almen auf 3500m. Kolumbien – Land der vielfältigsten Landschaft!
Villa de Leyva ist ein wahr gewordenes koloniales Märchen. Eine weitere Bilderbuchstadt auf der Reise. Das wissen auch andere – der Ort lebt ausschließlich vom Tourismus und wirkt wie ein Museum.

41. Tag: 16. Jän. 2012: Villa de Leyva – Bogota
Frühmorgens schauen wir uns die steppenartige Umgebung von Villa de Leyva an. Die Gegend ist berühmt für Fossilienfunde – u.a. ein fast komplett erhaltender Kronosaurus (7m lang – nur der Schwanz fehlt).
Und am Nachmittag waren wir bereits in Bogota und haben Zeit mit der Gondel auf den Monserrate (Aussichtsberg) zu fahren und das Lichtermeer der 8 Mio. – Stadt zu genießen. 

42. Tag: 17. Jän. 2012: Bogota + Heimflug
Letzter Tag: Sightseeing, Souvenirs einkaufen und – wichtig – viel viel essen! Wir lassen uns einfach nochmals durch die Straßen treiben und verbrauchen die restlichen kolumbianischen Pesos.
Am Abend Flug Bogota – Madrid – Wien wo mich Tina + ?? abholte.